• Verkauf oder Pleite: Für die KPM wird es eng Der Senat will dem Unternehmen keine Finanzspritze mehr geben

Berlin : Verkauf oder Pleite: Für die KPM wird es eng Der Senat will dem Unternehmen keine Finanzspritze mehr geben

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Die Königliche PorzellanManufaktur (KPM) wird voraussichtlich keine weitere Finanzhilfe erhalten. Ursprünglich wollte der Senat das ehemals staatliche Unternehmen mit einem öffentlichen Zuschuss von drei Millionen Euro vor der Insolvenz bewahren. Das Geld sollte aus dem Haushalt oder von der Investitionsbank Berlin (IBB) kommen. Auch wegen der Diskussion um die Finanzierung des Tempodroms neigen die Koalitionsfraktionen SPD und PDS dazu, die KPM so schnell wie möglich zu verkaufen oder notfalls in den Konkurs zu schicken.

Dem Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) wäre es zwar lieber gewesen, die Sanierung des Berliner Traditionsunternehmen noch bis zum Jahresende voranzutreiben, bevor es privatisiert wird, aber man sei zurzeit „nicht ganz handlungsfrei“, hieß es in Senatskreisen. Möglicherweise müssen bei einer kurzfristigen Veräußerung schlechtere Konditionen in Kauf genommen werden. Die Insolvenz des Unternehmens wäre aber erst Recht eine teure Angelegenheit. Der PDS-Haushaltsexperte Carl Wechselberg plädierte gestern für eine „neue offene Ausschreibung der KPM“. Es gebe seriöse Interessenten. Dazu zählen dem Vernehmen nach die Herender Porzellanmanufaktur (Ungarn) und die Höchter Porzellan-Manufaktur.

Spätestens in acht Wochen könne eine Entscheidung fallen, so Wechselberg. Sollte sich kein Käufer finden, gebe es zur Insolvenz wohl keine Alternative. Die KPM wurde 1763 von Friedrich dem Großen gegründet, blieb bis 2000 in Landeseigentum und wurde dann von der landeseigenen IBB übernommen. Bisher ist es nicht gelungen, das Unternehmen mit 180 Mitarbeitern aus der Verlustzone herauszubringen. za

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