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Verkaufsoffener Sonntag : Regen vermiest Läden das Geschäft

04.12.2011 17:31 Uhrvon
Weihnachtliche Dekoration in den Potsdamer Arkaden. Wegen des anhaltenden Regens, flüchteten sich die Flaneure an diesem verkaufsoffenen Sonntag schnell ins Trockene. Foto: Bild vergrößern
Weihnachtliche Dekoration in den Potsdamer Arkaden. Wegen des anhaltenden Regens, flüchteten sich die Flaneure an diesem verkaufsoffenen Sonntag schnell ins Trockene.

Der Regen hat vielen Händlern in den Einkaufsstraßen das Adventsgeschäft vermiest. Der Einzelhandel merkt aber auch am Kaufverhalten der Kunden, dass dieses Jahr irgendwie anders ist.

Nieselregen, kalter Wind, Schmuddelwetter eben: Das hat den Händlern in Berlins Einkaufsstraßen am Sonntag teilweise ihr Adventsgeschäft vermiest. Die Zahl der Flaneure war bis zum frühen Nachmittag noch recht hoch, doch kaum fielen die ersten Tropfen, zog es die meisten Kunden ins trockene Kaufhaus oder in die Center. Und wegen der bislang eher milden Temperaturen waren die Kunden „sehr zurückhaltend, vor allem bei Wintersportartikeln und Winterkleidung“, teilte der Handelsverband mit. Dafür machte sich bemerkbar, dass am Dienstag der Nikolaustag bevorsteht: „Besonders Schokolade, sowie Parfum und kleine Spielwaren" seien die Renner, hieß es.

Der Umsatz im Weihnachtsgeschäft, das für die meisten Läden etwa Mitte November begonnen hat, liege „gleichauf mit 2010“, sagte KaDeWe-Sprecherin Petra Fladenhofer. Durch das warme Wetter habe es nur „Verschiebungen“ gegeben: Wintermode war auch im zweitgrößten Warenhaus Europas am Wittenbergplatz wenig gefragt, im Gegensatz zu Schmuck oder Designerstücken für die Inneneinrichtung. Und sogar modische Frühlingskollektionen gingen schon „sehr gut".

Als der Kaufhof am Alexanderplatz seine Türen öffnete, strömten so viele Kauflustige hinein, „als hätten wir seit Tagen geschlossen gehabt“, erzählte Geschäftsführer Detlef Steffens. „Dabei war doch am Samstag bis 22 Uhr geöffnet“. Aber der zweite Adventssonntag galt wegen der veränderten Ladenschlussregeln als erster Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts. Seit 2010 dürfen Berlins Läden nur noch an zwei Adventssonntagen öffnen, weil die Kirchen gegen den Verkauf an allen vier Sonntagen erfolgreich geklagt hatten. Deshalb gibt es erst wieder am 18. Dezember eine Sonderöffnung. Viele Läden versuchen dies durch längere Verkaufszeiten werktags auszugleichen.

Das aber gelingt nur bedingt: „Viele Touristen, die am Sonntag die Stadt besuchen, sind am Montag wieder weg", sagt Kaufhof-Chef Steffens. Bereits 2010 sei der Umsatz wegen des Wegfalls zweier Sonntage spürbar gesunken. Erfreulicher seien die vielen Weihnachtsmärkte: Reisende aus ganz Europa kämen „extra dafür nach Berlin“. So beflügelte auch der Weihnachtsmarkt in der Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg den dortigen Umsatz. Im Modekaufhaus Peek & Cloppenburg freute man sich über Verkaufszahlen, die dank der steigenden Touristenzahlen sogar höher seien als früher. In der Tauentzienstraße wird dagegen das Flanieren noch immer durch die vielen Baustellen erschwert.

„Insgesamt sind wir ganz zufrieden“, bilanzierte der Handelsverband am Abend. Noch mehr erwartet man vom vierten Adventssonntag. Erfahrungsgemäß nutzten viele Berliner erst das letzte Wochenende vor Heiligabend für ihren Geschenkekauf.

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