Berlin : Verkauft wurden nur 8000 Karten

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André Heller saß am Freitag mit dem britischen Sänger Peter Gabriel und dem französischen Regisseur Philippe Decouflé in Paris zusammen. Gemeinsam mussten die Künstler die Absage der von ihnen geplanten Eröffnungsgala für die Fußball-WM 2006 in Berlin verkraften. „Ich bin voller Trauer“, sagte WM-Kulturchef Heller. Am Vorabend hatte der Fußball-Weltverband Fifa dem Österreicher vor der Vorstellung seines Konzepts in Zürich eröffnet, dass seine für den 7. Juni im Olympiastadion geplante Megashow mit Künstlern wie Brian Eno und den Black Eyed Peas abgesagt wird.

Die verkauften Eintrittskarten der Gala sollen zurückgenommen werden. Details waren bis Redaktionsschluss noch unklar. Die 12 000 freiwilligen Darsteller, die in Berlin seit Monaten geprobt haben, sollen entschädigt werden – möglicherweise mit einem Besuch bei Hellers Zirkusshow „Afrika! Afrika!“. Heller besteht gegenüber der Fifa auf Einhaltung der Verträge: „Billig wird der Spaß nicht.“

Wie aus WM-Organisationskreisen zu erfahren war, wurden für die Feier im Olympiastadion bislang nur 8000 Karten verkauft. „Heller zieht bei dieser Klientel nicht“, hieß es. Andere sagten, dass es aus Fifa-Sicht „besser ist, gar keine Feier zu veranstalten als eine, die floppt“. Vor einigen Wochen hatten Organisatoren intern überlegt, die Eröffnungsfeier ins Münchner Olympiastadion oder in die Düsseldorfer LTU-Arena zu verlegen. In beiden Stadien wird zur WM nicht gespielt – das Rasenproblem hätte sich nicht gestellt. Ein weiterer Vorteil wäre, dass „die Leute in diesen Städten einfach mehr Geld haben“, hieß es in Organisations-Kreisen. Die billigsten Karten kosteten 100 Euro; für Plätze, die weit entfernt vom Spielfeld hinter den Toren sind.

Nach dem Endspiel am 9. Juli ist im Olympiastadion ein Abschlussfest geplant. Es soll eine Art Übergabe an das Gastgeberland der WM 2010 sein: Südafrika.AG/ide

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