Verkehr : Bahnstrecken sabotiert - Zugverkehr behindert

Unbekannte Täter haben am frühen Morgen Anschläge auf die Bahnstrecken von Berlin nach Hamburg und Hannover verübt und dadurch den Zugverkehr erheblich beeinträchtigt. Die Polizei vermutet Castor-Gegner als Täter.

Berlin - Unbekannte haben in Brandenburg mit Hakenkrallen Anschläge auf die Bahnstrecken von Berlin nach Hannover und Hamburg verübt. Menschen wurden nicht verletzt. Im Zugverkehr kam es am Dienstag über Stunden zu erheblichen Verspätungen. Die Bahn vermutet, dass Atomkraftgegner mit dem Anschlag gegen den bevorstehenden Castor-Transport Anfang kommender Woche demonstrieren wollten. Dies konnte eine Sprecherin des Potsdamer Polizeipräsidiums weder bestätigen noch dementieren. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Der Transport mit zwölf Castorbehältern aus der Wiederaufbereitung im französischen Valognes ist für das Atommüll-Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen bestimmt. Vor Castor-Transporten in Deutschland ist es in der Vergangenheit immer wieder zu ähnlichen Anschlägen gekommen. Zuletzt setzten Unbekannte Ende September in der Nähe des Zwischenlagers Gorleben leer stehende Polizei-Wohncontainer in Brand.

Nach Angaben der Bahn wurden bei dem jüngsten Anschlag Oberleitungen auf den Strecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg zerstört. Auf der Strecke Berlin-Hamburg blieben ein Güterzug und der erste planmäßige ICE in die Hansestadt liegen. Auf der Strecke nach Hannover wurde der Zug Warschau-Brüssel gestoppt.

In der Revaler Straße in Berlin-Friedrichshain haben Unbekannte einen Kleintransporter der Deutschen Bahn in Brand gesetzt. Das Feuer griff auf einen davor geparkten Personenwagen über. Beide Autos wurden stark beschädigt, wie die Polizei mitteilte. Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Die Beamten prüfen auch hier, ob es einen Zusammenhang mit einem bevorstehenden Castor-Transport gibt. (tso/dpa)

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