Verkehr : Berliner S-Bahnen werden ausgebremst

In Lichtenrade funktionierten im März die Sicherheitsvorkehrungen nicht, als eine Berliner S-Bahn ein rotes Signal überfuhr. Nun gilt bei allen Zügen des Streckennetzes ein neues Tempolimit.

S-Bahn
Die Berliner S-Bahnen müssen ab sofort langsamer fahren. -Foto: ddp

BerlinSeit Mittwoch dürfen alle Züge nur noch höchstens 80 statt bis zu 100 Kilometer in der Stunde fahren. Das teilte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz mit. Mit dieser freiwilligen Selbstverpflichtung reagiere das Unternehmen auf einen Vorfall, der sich am 10. März auf der Linie S2 in Lichtenrade ereignet hat.

Dort war eine S-Bahn an einem roten Lichtsignal vorbeigefahren, weil die mechanische Fahrsperre sie nicht gestoppt hatte. Der Zug rutschte dabei in einen eingleisigen Abschnitt hinein, auf dem ihm eine S-Bahn aus Mahlow entgegenkam.

System seit den 1920ern im Einsatz

In den kommenden drei Wochen werden alle Fahrsperren überprüft. Einige der Sicherungseinrichtungen, die in den zwanziger Jahren konzipiert wurden, wurden inzwischen so verändert, dass der Zwangsstopp leichter ausgelöst wird. Der Ersatz durch ein neues, funkgesteuertes System wird seit mehreren Jahren geplant.

Schon zum 1. Februar hatte die S-Bahn den Zügen ihrer neuesten Baureihe 481 Tempo 80 verordnet. Der Auffahrunfall vom Südkreuz, in den eine solche S-Bahn 2006 verwickelt war, wird immer noch untersucht. Nun müssen auch alle anderen Bahnen langsamer fahren. (rope/ddp)

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