Verkehr : BVG: Bauarbeiten liegen im Zeitplan

An mehreren Stellen lässt die BVG ihr Netz reparieren – und ist nach eigenen Angaben pünktlich. Jährlich gibt es rund 450 Baustellen im BVG-Netz.

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Bauarbeiter auf dem heißen Blechdach. Die Hochbahnstrecke in der Schönhauser Allee ist derzeit ohne Gleise. Foto: ddp
Bauarbeiter auf dem heißen Blechdach. Die Hochbahnstrecke in der Schönhauser Allee ist derzeit ohne Gleise.Foto: ddp

Die BVG kann auch pünktlich sein – zumindest bei ihren Bauarbeiten. Auf ihren Großbaustellen sei man fast überall derzeit im Zeit- und Kostenplan, verkündete sichtlich stolz am Dienstag der Leiter des Infrastrukturbereichs der BVG, Ralf Baumann. Verzögerungen durch den Winter gebe es derzeit nur bei den Tunnelabdichtungen an der Tauentzienstraße sowie an der Karl-Marx-Allee. Doch auch hier sei die BVG zuversichtlich, den Terminplan doch noch einhalten zu können.

Dass bei der U-Bahn derzeit gleich an mehreren Stellen Strecken wegen Bauarbeiten gesperrt sind, sei von Anfang an so geplant gewesen, sagte Baumann weiter. Anders ließe sich die Sanierung der Anlagen nicht erreichen. Gesperrt ist auf der U 1 (Warschauer Straße–Uhlandstraße der Abschnitt zwischen Möckernbrücke und Wittenbergplatz. Auf der U 2 (Pankow–Ruhleben) ist der Verkehr an beiden Streckenenden unterbrochen – im Osten ab Senefelderplatz, im Westen ab Olympiastadion. Hinzu kommen Unterbrechungen bei der Straßenbahn; vor allem in Pankow.

An der Schönhauser Allee hat die BVG die Anwohner vorm Baustellenlärm durch meterhohe Schutzwände geschützt, über die auch noch ein Zeltdach gespannt ist. Darunter schwitzen die Bauarbeiter. Sie haben nach Baumanns Angaben auch schon bei 50 bis 70 Grad geschuftet. Wegen der Hitze sollen sich die Arbeiten nicht verzögern.

Erneuert werden dort die Anlagen der Hochbahn, bei der die Stahlkonstruktion entrostet wird und dann einen neuen – grünen – Schutzanstrich erhält. Grüner wird es entlang der Trasse aber nicht nur durch die Farbe, die BVG lässt dort auch neue Bäume pflanzen. Rund 40 mussten nach Angaben der BVG den Bauarbeiten weichen, für jeden gefällten Baum soll es fünf neue Bäumchen geben.

Bei der Sanierung des Viadukts schaffen die Bauleute derzeit rund 35 Meter pro Woche; der zu sanierende Abschnitt ist 1,1 Kilometer lang. Instandgesetzt werden auch die Bahnhöfe Eberswalder Straße, Schönhauser Allee und Vinetastraße, wobei die Station Eberswalder Straße auch einen Aufzug erhält.

Da für die Arbeiten an der Hochbahn die benachbarten Gleise der Straßenbahn gesperrt werden mussten, weil der Platz für die Gerüste gebraucht wird, erneuert die BVG gleichzeitig die Gleise der Tram auf einem rund 600 Meter langen Abschnitt der Berliner Straße. Weil in den letzten beiden Augustwochen auf den Pankower Reststrecken keine niederflurigen Bahnen eingesetzt werden können, setzt die BVG in diesem Zeitraum für mobilitätsbehinderte Fahrgäste einen speziellen Rufbus ein. Hier sollen die Arbeiten Mitte Oktober beendet sein, die U-Bahn soll am 7. November wieder fahren. Allein im Raum Pankow investiert die BVG insgesamt etwa 100 Millionen Euro in die Sanierung ihrer Anlagen.

Am Gleisdreieck werden jetzt bis zum Freitag acht Brückenteile der dortigen Hochbahn ausgebaut und per Kran auf die Straße abgelassen. Weitere Teile werden vom 2. bis zum 6. August demontiert. Weil dann auch das Tempelhofer Ufer für Autos gesperrt werden muss, führt die BVG ihren Ersatzverkehr mit Bussen nicht zum Bahnhof Gleisdreieck, sondern zur benachbarten Station Mendelssohn-Bartholdy-Park der U 2, was, wie berichtet, vor allem ortsunkundige Fahrgäste verwirrt. Ende September sollen wieder die Züge der U 1 fahren.

Im Bahnhof Ruhleben sollen Mitte Dezember 2010 wieder Züge halten. Dort werden der Bahndamm stabilisiert und der Bahnhof erneuert. Und die nächsten Arbeiten im Netz sind bereits geplant. Rund 450 Baustellen gibt es jährlich – mit mehr oder weniger großen Einschränkungen. Und das geht so weiter.

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