Verkehr : Fernsehen in Berliner Taxis

Fahrgäste von Berliner Taxis sollen sich demnächst Nachrichten und Musikvideos anschauen können, sofern sie auch Werbebotschaften akzeptieren. Vorbild ist das "Berliner Fenster" in U-Bahnen.

Henning Onken
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Taxi im Berliner Stadtverkehr. Bald als mobiles Unterhaltungscenter unterwegs?Foto: Thilo Rückeis

Berlin Der Berliner Landesverband des Taxiverbands Deutschland (TVD) plant die Ausstattung von Taxis mit Flachbildschirmen. Während einer Testphase ist vorgesehen, dass zunächst 500 von knapp 7000 Berliner Taxis mit den Bildschirmen ausgerüstet werden. Das Pilotprojekt werde gerade vorbereitet, sagte der Berliner TVD-Vorsitzende Stephen Berndt der "Berliner Zeitung". 

Das Angebot, bei dem sich Fahrgäste Nachrichten oder Musikvideos anschauen können, soll über Werbung finanziert werden. Starten könne der Test im Frühjahr des kommenden Jahres, heißt es weiter. Wenn die Testphase erfolgreich verläuft, sollen nach und nach alle Berliner Taxis mit Flachbildschirmen nachgerüstet werden. Bereits jetzt böten etliche Fahrzeugmodelle beim Neukauf eine Option auf einen solchen Bildschirm, so der Verbandsvorsitzende Berndt in dem Bericht.

Wollen Fahrgäste lieber in Ruhe gelassen werden?

Fahrgäste, die sich durch ein solches Angebot genervt fühlen, sollen aber immer eine Option behalten, auf den Service zu verzichten: "Wenn der Kunde nicht will, bleibt der Bildschirm schwarz", so der Verbandsvorsitzende. Entsprechend ausgerüstete Taxis sollen zudem von außen erkennbar sein.

Kritik zu den Plänen kommt von den beiden größeren Organisationen der Berliner Taxibranche. Viele Fahrgäste seien froh, wenn sie im Taxi in Ruhe gelassen würden, kritisiert Detlev Freutel vom Taxi Verband Berlin Brandenburg in der "Berliner Zeitung". Die Innung des Berliner Taxigewerbes sieht zudem ungeklärte rechtliche Fragen bei der Aufführung von urheberrechtlich geschützten Videos.

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