Update

Verkehr in Berlin : Staugefahr rund um A100 durch Lkw-Unfall erhöht

Seit Wochenbeginn wird die Stadtautobahn im Westen in Fahrtrichtung Wedding saniert. Weil ein Lkw eine Eisenbahnbrücke beschädigt hat, ist nun auch noch die zur Umfahrung gedachte Halenseestraße in Richtung Messe gesperrt.

von und
Auf der Autobahn. Weil die A100 die am stärksten befahrene Straße Berlins ist, wird dort auch nachts gearbeitet.
Auf der Autobahn. Weil die A100 die am stärksten befahrene Straße Berlins ist, wird dort auch nachts gearbeitet.Foto: Matthias Balk/dpa

Eine beschädigte Brücke verschärft die Verkehrslage im Westen. Wegen der Reparaturarbeiten ist die Halenseestraße in Richtung Messe zwischen Rathenauplatz und dem Messedamm voraussichtlich bis Donnerstag gesperrt. Dann soll sie "frühestens" wieder freigegeben werden, berichtet die Verkehrsinformationszentrale (VIZ).

Eigentlich sollen Autofahrer aus dem Grunewald die Halenseestraße in diesem Bereich als Ausweichstrecke nutzen, wenn sie auf den A100 in Richtung Wedding gelangen wollen. Die VIZ warnt deshalb vor größeren Stau rund um den Rathenauplatz in den nächsten Tagen. Verkehrsteilnehmer sollten das Gebiet nun lieber weiträumig umfahren.

Wie die Polizei berichtet, hatte ein mit einem Kran beladener Lkw am Montagmittag gegen 12.40 Uhr die Decke der Eisenbahnbrücke in der Halenseestraße aufgeschlitzt. Teile der Verkleidung und des Ständerwerks seien heruntergefallen. Der Fahrer fuhr unbeirrt weiter. Nach Rücksprache mit einem Bauingenieur der Deutschen Bahn, die den Fernverkehr über die Brücke leitet, dürfte die Behebung des Schadens bis Donnerstag dauern.

Dabei hatte ein Teil der Berliner Autofahrer erst am Montagmorgen aufgeatmet. Auf der wichtigsten Autobahnbaustelle der Stadt zwischen Kurfürstendamm und dem Abzweig Steglitz war die Fahrtrichtung Süd wieder freigegeben worden. Dafür hatten die Bauarbeiter die Straßenseite gewechselt: Nun ist die andere Fahrtrichtung dran, nämlich nach Norden. Bis zum 16. August steht dort nur ein Fahrstreifen in Richtung Wedding zur Verfügung, teilte die Verkehrsinformationszentrale mit. Durch den Lkw-Unfall in der Halenseestraße sind Autofahrer gen Norden nun doppelt betroffen.

Nur eine statt drei Spuren nach Norden

In den vergangenen beiden Wochen hatte es in Richtung Neukölln nur eine Spur gegeben, die frei war. Dies liegt daran, dass auf diesem ältesten Teil der Stadtautobahn kein Standstreifen existiert, der während Bauarbeiten als provisorische Spur genutzt werden kann. Das Stück zwischen Kurfürstendamm und Hohenzollerndamm war 1958 eröffnet worden,

Eine statt drei Spuren auf der bundesweit am stärksten befahrenen Autobahn heißt: Stau. In den letzten beiden Wochen standen die Autos nahezu rund um die Uhr vor der Baustelle, trotz der Ferien oft kilometerlang. Dies wird auch in den kommenden beiden Wochen so sein, nur eben in der anderen Richtung.

Alles gut ist in Richtung Süd aber doch nicht alles: Wegen einer anderen Baustelle ganz in der Nähe, nämlich der an der wuchtigen Eisenbahnbrücke über der A100 unweit des ICC, stehen zwischen Dreieck Funkturm und Kurfürstendamm nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung.

Nach Angaben der Verkehrsverwaltung wurden auf diesem Abschnitt 2014 in 24 Stunden nicht weniger als 185.500 Fahrzeuge gezählt – pro Tag. In Höhe Funkturm sind es sogar 195.000 täglich – Rekord. Wegen der Bedeutung der A100 wird dort Tag und Nacht gearbeitet, auch am Wochenende. 60.000 Tonnen alte Fahrbahn werden abgefräst und erneuert, dies sind 2300 Lkw-Ladungen.

Zudem sind die Anschlussstellen Hohenzollerndamm und Kurfürstendamm sowie die Überfahrt vom Abzweig Steglitz auf die A100 Richtung Wedding bis Sonntag, den 9. August gesperrt. Die Zufahrt Hohenzollerndamm bleibt anschließend bis zum 16. August abends gesperrt. Dann, so verspricht die Verkehrsverwaltung, soll diese größte Sommerbaustelle des Jahres 2015 fertiggestellt sein.

Hitzewelle sorgt für teure Blasen auf der Stadtautobahn

Es wird wieder heiß, auf den Berliner Autobahnen drohen neue Schäden. Die Hitzewelle Anfang Juli hat schon 200.000 Euro Schäden an drei Autobahnen verursacht. Dies teilte die Verkehrsverwaltung auf eine Anfrage des grünen Abgeordneten Harald Moritz mit. Demnach bildeten sich im Asphalt der A100 Blasen, der Grund ist unklar. Kosten: 3000 Euro. Auf der A113 gab es „Aufwölbungen“ im Beton, die Reparatur kostete 11.000 Euro. Dies ist erstaunlich, da die Autobahn erst zehn Jahre alt ist.

„Die Lösung dieser Problematik wird nach wie vor in Fachkreisen diskutiert“, teilte der Senat mit. Den größten Schaden gab es auf der A114, dem Zubringer nach Prenzlauer Berg. Dort gab es nach Senatsangaben „Abplatzungen und Anhebungen“, was leider normal für die über 30 Jahre alte Trasse aus DDR-Zeiten ist. Wie berichtet, war die A114 mehrere Tage gesperrt. Der Zubringer soll ab 2017 „grundhaft erneuert“ werden, teilte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) mit.

Seite 1 von 2 Artikel auf einer Seite lesen
» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

7 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben