Verkehr : Kanzler-U-Bahn fährt ab 2009

Mit dreijähriger Verspätung soll die Berliner U-Bahn-Linie 55 in Betrieb gehen, voraussichtlich noch vor Beginn der Leichtathletik-WM am 15. August 2009. Doch wie soll der Bahnhof unter dem Pariser Platz ausgestaltet werden? Senat und BVG sind uneins.

U 55
Eigentlich sollte die Strecke bereits 2006 (Bild) eröffnet werden. -Foto: ddp

BerlinUm die U 55 für den Personenverkehr freigeben zu können, muss zunächst die Station unter dem Brandenburger Tor fertig gestellt werden. Über deren Gestaltung gibt es jedoch unterschiedliche Vorstellungen. Im Senat wird überlegt, den Halt unter dem Berliner Wahrzeichen - wie vom Bundestag gefordert - in das Gedenkstättenkonzept einzubeziehen.

Ein Entwurf sieht vor, die Wände des Bahnhofs mit dunklem Granit zu verkleiden und Zitate, wie etwa des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan ("Mr. Gorbatschow, open this gate!") anzubringen. Die BVG will die Mehrkosten dafür aber nicht tragen - und außerdem einen ausgeleuchteten Bahnhof, um Vandalismus vorzubeugen. Auch die Senatsverkehrsverwaltung favorisiert eine solche Gestaltung, heißt es.

Ursprünglich sollte die 220 Millionen teure Neubaustrecke bereits zur Fußball-WM 2006 in Betrieb gehen. Dies wurde aber durch zwei Grundwassereinbrüche verzögert. Auf der Strecke zwischen Brandenburger Tor und Hauptbahnhof soll zunächst ein einzelner Zug pendeln, da Prognosen von nur 6400 Fahrgästen pro Tag ausgehen. Das dürfte sich frühestens ab 2017 ändern, wenn die Anbindung der Stummelstrecke an die U 5 am Alexanderplatz erfolgt ist.

Der Bau der Stationen Unter den Linden/Friedrichstraße, Museumsinsel und am Roten Rathaus sollen den derzeitigen Plänen nach 2010 beginnen. (rope)

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