Aus britischer Sicht : Wenn's in London mal eng wird

Wenn in London ein Staatsbesuch oder eine wichtige Konferenz ansteht, bekommen die Bewohner davon meistens nichts mit. Wie kommt's? Und warum klappt das nicht auch in Berlin? Einige Beobachtungen unseres Korrespondenten.

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In London ist man auf große Ereignisse besser vorbereitet. Demnächst steht die Hochzeit des Prinzen an. Ein Polizist schließt die Tore vor dem St. James's Palace.
In London ist man auf große Ereignisse besser vorbereitet. Demnächst steht die Hochzeit des Prinzen an. Ein Polizist schließt die...Foto: dpa

In London sind internationale Konferenzen keine Seltenheit und wenn nicht gerade ein amerikanischer Präsident in die Stadt kommt oder mit massiven Protesten zu rechnen ist, geht die Sache so über die Bühne, dass die meisten Bewohner der Flächenstadt London gar nichts davon mit bekommen. Die historische G20 Konferenz auf dem Höhepunkt der Finanzkrise fand weit abgelegen von der Innenstadt in den Docklands statt, dort konnte ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet hermetisch abgeriegelt werden und nur die Anwohner der Gebiete waren betroffen.

Auch in der Stadt kann London Konferenzen und Staatsbesuche ziemlich routinemäßig durchführen. Denn die meisten Konferenzen wie die jüngste Libyen Konferenz oder mehrere Afghanistankonferenzen finden im Lancaster House statt, das in dem leicht absperrbaren Parkgebiet um den Buckingham Palast liegt. Der einstige Stadtpalast des Duke of Lancasters liegt neben Clarence Palast, dem Wohnsitz von Prinz Charles und St. James's Palast an der Mall, der kurzen Zeremonienstraße vor dem Buckinghampalast zwischen Green Park und St. James's Park. Wenn dort bei Staatsbesuchen oder ähnlichem Umzüge, Kutschenfahrten, Parademärsche stattfinden, werden die Parks einfach abgesperrt und Londoner fahren außen herum.

Warntafeln warnen meist schon Tage im Voraus, ob bestimmte Straßen gesperrt werden, etwa wegen des Londoner Marathons. Oft wird eine Kreuzung ganz kurzfristig für ein paar Minuten von Polizisten auf Motorrädern abgesperrt, um einem hohen Staatsgast, oder der Queen, freie Fahrt zu geben.

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