Ausblick : Wie geht es weiter mit der S-Bahn?

Der Senat prüft drei Varianten für den Betrieb.

Die S-Bahn hat 2004 mit dem Senat einen Verkehrsvertrag geschlossen, der Mitte Dezember 2017 ausläuft. Wer danach den Betrieb führt, ist bisher noch nicht entschieden.

VARIANTEN

Die Stadtentwicklungsverwaltung prüft drei Varianten: eine Ausschreibung der Ringbahn und deren Anschlussstrecken im Südosten; eine Direktvergabe an die BVG oder einen Kauf der S-Bahn durch das Land. Da der Bahnkonzern sich nicht von der S-Bahn trennen will und die BVG erst eigene Probleme lösen muss, gilt eine Ausschreibung als die wahrscheinlichste Lösung. Die Entscheidung soll bis zum Jahresende fallen.

MEHR WETTBEWERB

Weil sich an der Ausschreibung nationale und internationale Konkurrenten der Bahn beteiligen können, erhofft sich der Senat mehr Wettbewerb – und damit auch ein besseres Angebot zu günstigeren Konditionen. Bei der großen Ausschreibung für Regionalbahnstrecken in Berlin-Brandenburg fand sich im vergangenen Jahr am Ende mit der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) aber nur ein Mitbewerber. Und zuletzt hat die Bahn bei Ausschreibungen für die S-Bahnen in Hannover und in Rostock die Nase vorn gehabt.

HINDERNISSE

Der neue Betreiber muss neue Züge anschaffen, weil die älteren Baureihen bis 2017 ausgemustert werden sollen. Durch die Besonderheiten des Netzes können die Züge nur hier eingesetzt werden. Der Senat hat einen Bedarf von 190 Doppelwagen ermittelt. Für die Entwicklung, Erprobung und den Serienbau sind fünfeinhalb Jahre veranschlagt. Zuletzt hatte es bei der Zulassung von neuen Fahrzeugen erhebliche Probleme gegeben. Für Nürnberg bestimmte Züge, die dort seit Dezember 2009 fahren sollten, sind vor kurzem wegen Mängeln an den Hersteller Bombardier zurückgegeben worden.

VERTRAGSÄNDERUNG

Nach langwierigen Verhandlungen ist der bestehende Vertrag zugunsten des Senats verändert worden. Das Land hat jetzt mehr Sanktionsmöglichkeiten, falls die S-Bahn die vereinbarte Leistung nicht erbringt. Auf eine vorzeitige Kündigung hatte der Senat verzichtet, weil es für einen anderen Betreiber keine Züge gegeben hätte. kt

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben