Autounfälle : Wracks auf Fußwegen

In Berlin passieren täglich unzählige Autounfälle. Die demolierten Autos bleiben dann oft wochenlang am Straßenrand liegen – selbst an belebten Kreuzungen. Für die Entfernung der Autos sind die Eigentümer verantwortlich.

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Beim Abbiegen einen Augenblick nicht aufgepasst, schon kracht ein entgegenkommendes Fahrzeug in das eigene. Die 25-jährige Fahrerin aus Polen kommt schwer verletzt ins Krankenhaus. Das Auto hat einen Totalschaden und wird von der Feuerwehr an den Straßenrand geschoben. So geschah es in der Nacht zum 25. September an der Mollstraße Ecke Otto-Braun-Straße in Mitte.

Dutzende Unfälle dieser Art passieren täglich in Berlin. Normalerweise verschwinden die Unfallwagen in kürzester Zeit. Doch immer häufiger dauert es Wochen oder Monate, bis die Wagen entsorgt werden. Seit knapp drei Wochen müssen Radfahrer und Fußgänger das quer über dem Fuß- und Radweg stehende Autowrack umkurven. Anwohner sind von dem Schrottauto genervt. Die rechte Seite ist demoliert, mehrere Scheiben durch die Wucht des Aufpralls gesplittert. Den offenen Kofferraum haben Passanten zum Mülleimer umfunktioniert, Graffiti sind auf die Scheiben geschmiert. Kein Einzelfall, wie man in vielen Bezirken sieht.

„Unsere Aufgabe ist es, nur den öffentlichen Verkehr wieder herzustellen“, sagt ein Feuerwehrsprecher. Für die Entfernung des Autos ist dann aber der Halter verantwortlich. Die Feuerwehr stellt nur sicher, dass aus dem Pkw keine Flüssigkeit ausläuft. „Wir kleben in so einem Fall einen gelben Punkt auf den Wagen mit der Aufforderung, das Auto innerhalb von 7 bis 14 Tagen zu beseitigen“, sagt Harald Strelow, Leiter des Ordnungsamts Mitte. Danach müsse das zentrale Amt für regionalisierte Ordnungsaufgaben in Lichtenberg, das für die Beseitigung von Autowracks in der ganzen Stadt zuständig ist, die kostenpflichtige Abschleppung organisieren. Doch dort wusste am Dienstag niemand etwas von dem Kleinwagen in der Mollstraße. Der Leiter versicherte, einen Mitarbeiter zu schicken, um das Unfallauto baldmöglichst zu entfernen.

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