Bahn-Probleme : Der Nachtzug lässt auf sich warten

Im Bett liegend mit dem Zug nach St. Petersburg fahren und dazwischen Städte wie Kaliningrad, Vilnius und Tallinn besichtigen – der lang gehegte Wunsch der Bahn AG auf eine solche „Schienenkreuzfahrt“ erfüllt sich weiterhin nicht.

Klaus Kurpjuweit

Deshalb bleiben die für diesen Nachtzug vorgesehenen Wagen auch im nächsten Jahr ungenutzt am Bahnhof Warschauer Straße abgestellt. Wann sie wieder rollen werden, ist ungewiss.

Probefahrten für diese Verbindung hatte es bereits im Jahr 2004 gegeben. Obwohl sie erfolgreich waren, wurde das Angebot nicht eingeführt. Die russische Bahn habe kein Interesse gezeigt, sagte der Sprecher der auch für die Nachtzüge zuständigen DM Autozug GmbH, Karl-Josef Bales. Die Bahn bemühe sich aber weiter, den Nachtzug nach St. Petersburg über Königsberg doch noch aufgleisen zu können. Die dafür vorgesehenen Wagen könnten derzeit nicht anders eingesetzt werden und blieben deshalb weiter ungenutzt stehen.

Die spanischen Talgo-Wagen waren erst Mitte der 90er Jahre als „fahrende Hotels“ angeschafft worden. Zu jedem Abteil gehören eine Dusche und eine Toilette. Eingesetzt werden die Züge unter anderem im Nachtverkehr zwischen Berlin und München.

Während die Bahn weiter auf die Verbindung nach St. Petersburg wartet, hat sie den Nachtzug nach Bozen eingestellt. Die Fahrten seien zu unwirtschaftlich gewesen, sagte Bales.

Dafür gibt es neue Angebote beim Autozug. Ziel ist in diesem Winter auch Schwarzach St. Veit in Österreich. Fahrten sind ab 149 Euro im Liegewagen zu haben. Ab April sind dann Fahrten von Berlin nach Triest in Italien vorgesehen.

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