Bauarbeiten : Bahnstrecke zwischen Charlottenburg und Wannsee ein Jahr gesperrt

17 neue Brückenteile, acht Unterführungen, Schienenaustausch auf 41 Kilometern: Auf der Fern- und Regionalstrecke zwischen Charlottenburg und Wannsee wird ein Jahr lang gebaut. Die S-Bahn fährt weiter.

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Mehrere Regionalbahnlinien können nicht wie geplant fahren. Fahrgäste müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen.
Mehrere Regionalbahnlinien können nicht wie geplant fahren. Fahrgäste müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen.Foto: dpa

Berlin/Potsdam - Die Generalprobe ging noch schief. Jetzt soll bei der am 11. Dezember beginnenden Sperrung der Fern- und Regionalbahngleise zwischen Charlottenburg und Wannsee in Berlin alles besser werden – vor allem die Information für die Fahrgäste. So hat es die Bahn am Dienstag angekündigt. Bei einer nur einwöchigen Unterbrechung im Sommer habe es auf den Bahnhöfen noch falsche Angaben gegeben, auch Mitarbeiter seien nicht immer informiert gewesen, bemängelte gestern der Chef des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz.

Seine Hoffnung, die Arbeiter könnten sich an den Kollegen orientieren, die derzeit die parallele Avus sanieren und dabei, wie berichtet, dem Zeitplan um derzeit vier Monate voraus sind, dämpfte Bahnprojektleiter Peter Beier umgehend. An der einjährigen Bauzeit sei nichts zu ändern. Unter anderem müssen an acht Überführungen insgesamt 17 Brückenteile neu gebaut werden. Schienen werden auf einer Länge von mehr als 41 Kilometern ausgetauscht. Die Kosten sind mit 36 Millionen Euro veranschlagt. Ohne Vollsperrung hätten sich die Arbeiten, bei Betrieb auf nur einem Gleis, bis ins Jahr 2015 hingezogen, sagte Beier.

Fahrgäste müssen zwischen Wannsee und Charlottenburg daher ein Jahr lang auf die S-Bahn ausweichen oder einen Umweg fahren. Der Hauptbahnhof in Potsdam verliert den Direktanschluss ins Berliner Zentrum und Richtung Magdeburg. Pendelzüge zwischen Wannsee und Werder stellen jeweils die Anschlüsse her.

Die Züge der RE 1 (Magdeburg–Eisenhüttenstadt), die nachfragestärkste Linie der Bahn im gesamten VBB-Netz, werden ab Werder über den Außenring bis Spandau und weiter nach Charlottenburg geführt, wo es wie in Golm einen zusätzlichen Halt gibt. Im erst vor wenigen Jahren neu gebauten Bahnhof Spandau können die Züge dagegen nicht stoppen, weil dieser schon heute ein Nadelöhr sei, wie Renado Kropp von der Bahn sagte. Die RE-1-Verstärkerzüge fahren nur zwischen Brandenburg und Wannsee sowie zwischen Charlottenburg und Frankfurt (Oder). Auch die Linie RE 7 wird geteilt und fährt zwischen Dessau/Belzig und Wannsee sowie Zoologischer Garten und Wünsdorf-Waldstadt. Zudem gibt es werktags drei Direktzüge über die Nord-Süd-Strecke bis Gesundbrunnen. Die Linie RB 21 ab Griebnitzsee fährt sieben Mal am Tag statt nach Wustermark bis zum Berliner Hauptbahnhof und hält dabei in Spandau. Die Bahn muss für den Ersatzverkehr vier Züge mehr einsetzen.

Die S-Bahn werde tagsüber wie jetzt alle zehn Minuten mit den maximal acht Wagen nach Potsdam fahren, kündigte S-Bahn-Chef Peter Buchner an; derzeit sind auch Züge mit nur sechs Wagen unterwegs. 35 Prozent der werktags knapp 25000 Fahrgäste werden auf die S-Bahn umsteigen, schätzt die Bahn.

Vor der Sperrung sollen Fahrgäste nach Kropps Angaben auf Plakaten und mit Broschüren informiert werden; in den Zügen gebe es auch Hinweise durch spezielle Mitarbeiter. Und während der Sperrung ist zusätzliches Personal auch auf Bahnhöfen vorgesehen.

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