Bauarbeiten : Monatelang keine U-Bahn nach Pankow

Am Donnerstag beginnt die Erneuerung der U-Bahnlinie 2. Auch die Gleise der Tram sind bis Herbst gesperrt. BVG-Kunden müssen auf Ersatzbusse und S-Bahn ausweichen, Autofahrer mit mehr Stau rechnen.

Werner Kurzlechner
U_Bahn Foto: ddp
2009 ist für die BVG ein Jahr der Großbauarbeiten. -Foto: ddp

Gerade erst war die U1 dran, jetzt geht es mit der U2 weiter. Von diesem Donnerstag an bis zum 11. Oktober verkehren zwischen Schönhauser Allee und U-Bahnhof Pankow keine Züge dieser Linie. Für die BVG ist 2009 ein Jahr der Großbauarbeiten, ihre Kunden müssen im Sommer und Herbst auch noch Sperrungen der U9, U7 und U3 hinnehmen. Besonders arg und lange trifft es aber Fahrgäste von und nach Pankow. 80 Millionen Euro steckt die Verkehrsgesellschaft in die Erneuerung ihres vom Rost zerfressenen Hochbahnviadukts der U2 zwischen Senefelderplatz und Vinetastraße sowie der U-Bahnhöfe Eberswalder Straße und Schönhauser Allee. Gearbeitet wird nach Angaben der BVG sicher auch im kommenden Jahr, wahrscheinlich noch 2011. Am Himmelfahrtstag beginnen die Bauarbeiten im nördlichen Abschnitt, die den Verkehr zwischen Prenzlauer Berg und Pankow bis Herbst erheblich behindern werden. Darunter zu leiden haben nach BVG-Angaben täglich 26 000 Fahrgäste – nicht nur U-Bahn-Kunden, sondern auch Kunden verschiedener Tramlinien. Auch die Anwohner müssen sich auf Lärm in den kommenden Monaten einstellen; gearbeitet wird aber nur tagsüber.

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Auf den parallel zur Hochbahn verlaufenden Gleisen der Straßenbahnlinie M1 stellt die BVG Gerüste auf. Zwischen Rathaus Pankow und Eberswalder Straße, teilweise sogar bis zum Rosa-Luxemburg-Platz liegt der Verkehr auch auf dieser Linie lahm. Bis 3. Juni ist außerdem die Linie M13 gesperrt. Anlass ist ein spektakuläres Ereignis am Pfingswochenende. Am Sonnabend, 30. Mai, wird die Brücke über die Bornholmer Straße komplett abmontiert. Die BVG lässt „aus verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Gründen“ eine völlig neue Brücke bauen. Diese soll in den kommenden Monaten auf einer Brachfläche an der Ostseestraße zusammengebaut und im September in die Lücke eingehoben werden. Über Pfingsten und später dann an diesem Septemberwochenende dürfte das Verkehrschaos besonders schlimm sein. Denn die Kreuzung der Bornholmer Straße und Wisbyer Straße mit der Schönhauser Allee wird auch für den Straßenverkehr tagelang komplett gesperrt.

BVG-Kunden müssen also bis Herbst auf Ersatzbusse und S-Bahn ausweichen, Autofahrer mit mehr Stau und schwierigerer Parkplatzsuche an der Schönhauser Allee rechnen. Die Bauarbeiten nehmen auf beiden Seiten der Hochbahn jeweils die linke Fahrspur in Beschlag. Deshalb werde zwischen Danziger und Wisbyer Straße die Parkspur aufgehoben, erläuterte der verantwortliche Ingenieur Siegmar Gumz von Büro Hoffmann-Leichter. In diesem Gebiet fielen 200 Parkplätze weg, ein absolutes Halteverbot gelte nur während des Berufsverkehrs, so Gumz.

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