Bauarbeiten : Ostkreuz kommt unter die Haube

Die neue Bahnhofshalle am Verkehrsknotenpunkt im Osten der Stadt nimmt Gestalt an. Ein Ende der Bauarbeiten ist aber noch nicht in Sicht.

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Immer wieder das Ostkreuz: An Berlins größtem Umsteigebahnhof machen sich Zugausfälle und Verspätungen besonders stark bemerkbar. Wagen und Bahnsteige sind dann brechend voll.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dapd
01.06.2012 07:51Immer wieder das Ostkreuz: An Berlins größtem Umsteigebahnhof machen sich Zugausfälle und Verspätungen besonders stark bemerkbar....

Jahrzehntelang tat sich gar nichts – jetzt geht alles ziemlich schnell. Am Bahnhof Ostkreuz, dessen marode Anlagen nur noch vom Rost zusammengehalten worden waren, wie Eisenbahner spotteten, sind jetzt innerhalb weniger Monate alle neun Stahlträger für die neue Halle des Ringbahnsteigs montiert worden; die Verglasung des 132 Meter langen Baus ist in vollem Gang. Über 450 Scheiben werden hier eingesetzt; die größten sind rund vier Meter hoch. Ostern 2012 sollen die Fahrgäste in der neuen Halle in die Züge der Ringbahn steigen können.

Das Bauen geht dann – zum Leidwesen auch vieler Anwohner – allerdings weiter. Ende des Jahres beginnen nach Angaben eines Sprechers die Arbeiten an der unter der Ringbahn liegenden Ost-West- Verbindung. Hier müssen die Gleise so umgebaut werden, dass die Züge in Zukunft in jeder Richtung an einem gemeinsamen Bahnsteig halten, Richtungsbahnsteig genannt. Die Fahrgäste wissen dann genau, wo es ins Zentrum geht und von welchem Bahnsteig die Züge stadtauswärts fahren. Derzeit halten die Züge von und nach Lichtenberg am Bahnsteig D, während die Züge aus und von Erkner am Bahnsteig E ankommen. Fahrgäste, die von der Ringbahn aus umsteigen wollen, dürfen jeweils raten, wo der nächste Zug in ihre gewünschte Richtung abfahren wird. Anzeigen gibt es – noch – nicht.

So genannte Richtungsbahnsteige erhält auch der Bahnhof Warschauer Straße, der ebenfalls umgebaut und statt drei nur noch zwei Bahnsteige haben wird. Auch ein neues Eingangsgebäude ist geplant. Der Vorgängerbau musste bereits 2005 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Seither legen die Fahrgäste lange Wege zu den Bahnsteigen zurück.

Nach Abschluss der Arbeiten, voraussichtlich 2016, werden auch Regionalzüge am Ostkreuz halten, wodurch der Bahnhof zu einem perfekten Umsteigeknoten im Netz werden wird. Ob der Senat dann auch die Straßenbahn näher an den Bahnhof legt, ist noch nicht entschieden. Die Straßenbahn soll an der Nordseite des Bahnhofs halten und über die Sonntagstraße zur bestehenden Strecke an der Wühlischstraße führen. Der Abschnitt auf der Boxhagener Straße würde dann aufgegeben.

Ohne Halt werden allerdings die S-Bahnen, die zwischen der Innenstadt und dem Flughafen in Schönefeld fahren, den Umsteigebahnhof passieren. An der Verbindungskurve der Ost-West-Strecke zur Ringbahn, die 2014 fertig sein soll, wird es, anders als früher, keinen Bahnsteig mehr geben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2, welche Baumaßnahmen als Nächstes geplant sind.

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