Baustellen im öffentlichen Nahverkehr : Lange Wege für Berlins Fahrgäste im neuen Jahr

Für viele Fahrgäste wird 2012 wieder ein Jahr mit erheblichen Einschränkungen, weil an Strecken und Bahnhöfen gebaut wird. In Pankow bleibt es bei der Doppelsperrung von S- und U-Bahn. Eine Übersicht.

von
Oben bald ohne. Unter den Linden müssen zwischen Charlottenstraße und Glinkastraße 53 Linden gefällt werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden neue Linden gepflanzt. Foto: Q
Oben bald ohne. Unter den Linden müssen zwischen Charlottenstraße und Glinkastraße 53 Linden gefällt werden. Nach Abschluss der...

WARSCHAUER STRASSE

Anfang Februar werden die Umsteigewege zwischen der S- und der U-Bahn am Bahnhof Warschauer Straße erheblich länger. Von den drei vorhandenen Bahnsteigen wird nur noch einer genutzt: Alle Züge halten dann am sogenannten Erkner-Bahnsteig, zu dem die Wege am längsten sind. Mehrere hundert Meter müssen dann beim Umsteigen zurückgelegt werden. Dies ist notwendig, damit der Bahnhof umgebaut werden kann.

In Zukunft wird es für die S-Bahn nur noch zwei Bahnsteige geben; einen für die Züge Richtung Zentrum und einen für die östlichen Ziele. Fahrgäste müssen dann nicht mehr wie jetzt noch raten, von welchem Bahnsteig der nächste Zug fährt. Diese sogenannten Richtungsbahnsteige wird es in Zukunft auch am benachbarten Bahnhof Ostkreuz geben, der bereits umgebaut wird.

An der Warschauer Straße wird es dann auch ein neues, mit Kupfer verkleidetes Empfangsgebäude geben. Die alte baufällige Anlage war 2004 abgerissen worden. Seither erreicht man die Bahnsteige nur noch über Fußgängerbrücken, die so angelegt worden sind, dass sie in der Bauphase nicht mehr verändert werden müssen. Deshalb sind die Wege zum Erkner-Bahnsteig so lang geworden.

Bis zum neuen Empfangsgebäude verlängert wird auch die Fußgängerbrücke vom U-Bahnhof, die bisher erst auf halber Länge die Bahnanlagen überquert. Die Arbeiten sollen im Dezember 2014 abgeschlossen sein und etwa 27 Millionen Euro kosten. Ob Pläne verwirklicht werden, auch die Gleise der U-Bahn bis ans Empfangsgebäude der S-Bahn zu verlängern, um so die Umsteigewege zu verkürzen, ist ungewiss. Beim Umbau wird diese Verlängerung aber berücksichtigt.

OSTKREUZ

Eine kleine Erleichterung für Fahrgäste Richtung Erkner gibt es vom 16. Januar an. Die Züge beginnen und enden seit dem 11. Dezember bereits am Ostkreuz. Zum Umsteigen muss man über Treppen zum anderen Ost-West-Bahnsteig wechseln, wodurch sich die Reisezeit um zehn Minuten verlängern kann. Ab dem 16. Januar ist zumindest stadtauswärts das Umsteigen am gleichen Bahnsteig möglich, weil dann dort die Züge Richtung Lichtenberg halten werden. Dies war von Anfang an vorgesehen, hatte sich aber verzögert, weil eine Weiche nicht rechtzeitig eingebaut werden konnte.

PANKOW

Eine Doppelsperrung bei der S- und U-Bahn gibt es im April im Pankower Raum. Die S-Bahn wird auf dem Ostring vom 30. März bis 16. April zwischen Schönhauser Allee und Neukölln/Baumschulenweg unterbrochen, um Gleise und Signale an ein elektronisches Stellwerk anschließen zu können. Vom 7. bis zum 18. April stellt auch die BVG auf der U 2 zwischen Pankow und Rosa-Luxemburg-Platz den Betrieb ein, ebenfalls, um ein elektronisches Stellwerk in Betrieb nehmen zu können. Zur Überschneidung sei es gekommen, weil die Bahn zunächst eine kürzere Unterbrechung vorgesehen hatte, heißt es bei der BVG. Danach habe sich der Terminplan gerichtet. Die Bahn hat die Vollsperrung anschließend verlängert, um weitere Betriebsunterbrechungen an Wochenenden zu vermeiden.

Ein Verschieben der Arbeiten sei nicht möglich, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Denn dann wäre der Anschluss ans neue Stellwerk erst 2013 möglich, weil Hersteller Siemens ausgelastet sei. Und bei der Bahn sei die Vollsperrung ebenfalls fest im Jahresbauprogramm verankert, sagte ein Sprecher, der zugab, bei den eigenen Plänen die BVG-Baustelle „aus den Augen verloren“ zu haben. Fahrgäste müssen nun andere Wege suchen.

NIKOLASSEE

Laufen müssen ab April auch Fahrgäste, die mit der S 1 nach Wannsee fahren wollen. Dann wird der Abschnitt Nikolassee–Wannsee unterbrochen, so dass man in Nikolassee in die Züge der S 7 umsteigen muss. Auch dort ist der Weg lang; außerdem sind die Züge der S 7 meist voll, weil sie Fahrgäste des unterbrochenen Regionalverkehrs aufnehmen müssen.

MARIENFELDE

Zwischen Marienfelde und Lichtenrade werden die Gleise der S-Bahn erneuert, weshalb dieser Abschnitt vom 21. Juni bis 3. August unterbrochen wird.

44 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben