BBI : Die Bahn will pünktlich zum Großflughafen fahren

Allen Widrigkeiten zum Trotz will die Deutsche Bahn die Flughafenanbindungen von Westen und Osten rechtzeitig zur Eröffnung BBI fertig stellen. Allerdings könnten Gerichtsverfahren die Arbeiten verlangsamen.

Klaus Kurpjuweit

SchönefeldVielleicht ist es ein gutes Zeichen: Die Bahn hat die Container, in denen der Bau des Hauptbahnhofs am Ende so geplant worden war, dass er termingerecht fertig wurde, jetzt an der Baustelle für die Gleise zum künftigen Flughafen BBI in Schönefeld aufgestellt. Auch dort will die Bahn jetzt das kleine Wunder vollbringen und doch noch bereits zur Inbetriebnahme des ausgebauten Flughafens im November 2011 Züge aus Westen und Osten in den BBI-Bahnhof fahren lassen. Dann ließe sich der Wunsch des Flughafens erfüllen, alle 15 Minuten Zubringerzüge vom Hauptbahnhof aus zum Terminal zu schicken.

Der Anschluss von Westen aus ist bislang im Zeitplan. Seit Anfang des Jahres wird gebaut, vor kurzem haben die Arbeiten für den Abzweig vom Berliner Außenring zum Flughafenbahnhof begonnen. Dorthin sollen zur BBI-Eröffnung die Züge zunächst über die Anhalter Bahn durch Lankwitz und Lichterfelde zum Flughafen fahren. Platz gibt es auf der Strecke aber nach Angaben der Bahn nur für zwei zusätzliche Züge pro Stunde; der Wunsch des Senats, drei Züge innerhalb von 60 Minuten einzusetzen, lasse sich nicht verwirklichen, sagte gestern der Berliner Bahnchef Ingulf Leuschel. Die Strecke sei bereits stark befahren und habe außerdem nur eine eingleisige Verbindungskurve zum Außenring.

Görlitzer Bahn soll zusätzliche Kapazitäten bringen

Zwei weitere Züge pro Stunde könnten den Flughafen vom Hauptbahnhof aus über die Görlitzer Bahn von Osten her erreichen. Die Bahn will mit dem Bau der Trasse Ende 2009 beginnen und ebenfalls zur Flughafen-Eröffnung fertig sein. Allerdings gibt es hier noch kein Baurecht. Das Genehmigungsverfahren läuft noch, und Naturschützer haben bereits Klagen gegen den Bau angekündigt. Um die Schienen für die zweigleisige Strecke legen zu können, müssen zahlreiche Bäume gefällt werden. Und der Wald dort ist als ökologisch wertvoll eingestuft.

Wann das Verfahren abgeschlossen sein könnte, lasse sich derzeit nicht sagen, teilte die Genehmigungsbehörde, das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn, gestern mit. Noch lägen nicht alle Unterlagen vor. Die sogenannte Ostanbindung des BBI habe beim Eisenbahn-Bundesamt aber "oberste Priorität", sagte Sprecherin Bettina Baader.

Um den Zeitplan einhalten zu können, müsste das Verfahren schnell abgeschlossen werden. Eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht wird derzeit meist in rund einem Jahr entschieden. Vor einem Urteil aber kann das Gericht auf Antrag der Kläger in einem Eilverfahren einen Baustart untersagen. Auch für den Bau des BBI selbst lag die Genehmigung im August 2004 vor, gebaut werden durfte aber erst nach Abschluss des Gerichtsverfahrens im März 2006.

Dresdner Bahn verzögert sich weiter

Die Ostanbindung des Flughafens ans Schienennetz gehörte ursprünglich zur Gesamt-Flughafenplanung. Sie wurde dann aber planungsrechtlich abgetrennt, weil sich die vorgesehene Trasse entlang dem heutigen Gütergleis nicht verwirklichen ließ. Die Erschütterungen von Häusern im nahen Bohnsdorf wären zu groß gewesen. Deshalb sollen die Gleise jetzt weiter südlich gebaut werden – mitten durch den Wald. Mit den erforderlichen Ersatzpflanzungen will die Bahn schon vor der Baugenehmigung beginnen, kündigte Projektleiter Matthias Hudaff an.

Noch immer keinen Termin gibt es für den Baustart zum Ausbau der Dresdner Bahn, über die später der Airport-Express alle 15 Minuten den Hauptbahnhof mit dem Großflughafen verbinden soll. Hier müssen, wie berichtet, Pläne zum Teil neu ausgelegt werden, weil sich die Richtlinien zum Lärmschutz verschärft haben. Vor 2015 werden hier wohl keine Züge fahren – wenngleich die Container für die Planer des Hauptbahnhofs jetzt in Schönefeld stehen. Der damalige Projektleiter Hany Azer ist jetzt übrigens in Stuttgart und plant dort den Bau des neuen unterirdischen Hauptbahnhofes.

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