Bei Bedarf: Umstieg auf's Taxi : Ab 2011 fährt die U-Bahn sonntags öfter

Das Warten auf die U-Bahn soll sich auch sonntags verkürzen: Ab Mai 2011 will die BVG ihre Züge darum vielerorts alle fünf Minuten, statt im Zehn-Minuten-Takt fahren lassen. Und bei Bedarf sollen Fahrgäste auf's Taxi umsteigen dürfen.

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Schneller getaktet. Den Fünf-Minuten-Takt soll auch am Sonntag gelten.
Schneller getaktet. Den Fünf-Minuten-Takt soll auch am Sonntag gelten.Foto: Thilo Rückeis

Allerdings gilt der Fünf-Minuten-Takt nur von 12.30 Uhr bis 19 Uhr. Vorher seien sonntags kaum Fahrgäste unterwegs, begründet U-Bahn-Chef Hans-Christian Kaiser diesen Schritt.

Weiterhin nur alle zehn Minuten fahren die Züge auf den Linien U 3 (Nollendorfplatz-Krumme Lanke), U 4 (Nollendorfplatz-Innsbrucker Platz) und U 55 (Hauptbahnhof-Brandenburger Tor). Ob es auf den anderen Strecken den Fünf-Minuten-Verkehr jeweils auf der gesamten Linie gibt, sei noch nicht entschieden, sagte Kaiser am Mittwochabend beim U-Bahn-Sprechtag des Fahrgastverbandes Igeb. Denkbar sei, sich auf die Abschnitte im Zentrum zu konzentrieren.

Verkürzen will die BVG zudem die Wartezeiten auf den Ersatzverkehr bei einem Ausfall der U-Bahn. Fahrgäste sollen dann mit Taxis an ihr Ziel gebracht werden, wobei die BVG die Kosten mit den Unternehmen direkt abrechnet. Zunächst ist ein Test vor allem mit Großraumtaxis vorgesehen. Die Premiere am Mittwoch ging nach Kaisers Angaben allerdings gründlich schief: Nachdem am Nachmittag auf der Linie U 3 im Zehendorfer Bereich ein Baum aufs Gleis gestürzt war, forderte die BVG zum ersten Mal Taxis an, doch die erschienen nicht.

Einen weiteren Versuch startet die BVG mit neuen U-Bahn-Sitzen. Zehn Wagen sind bereits mit Kunststoffschalensitzen statt mit Polstersitzen ausgestattet. Jetzt wird die BVG die Plastiksitze in 182 Wagen, die modernisiert werden, einbauen. Der Großversuch soll zeigen, ob die Fahrgäste das harte Sitzen akzeptieren. In Umfragen hat sich laut Kaiser bisher immer einen Mehrheit für die Hartschalensitze ergeben, weil sie besser gereinigt werden können.

Und noch einen weiteren Vorteil sollen die Sitze der BVG bringen: Sie fordern Vandalen weit weniger heraus. Deshalb spart die BVG nach Kaisers Angaben jährlich rund eine Million Euro. Den gleichen Effekt haben Scheiben, auf die Folien mit dem Brandenburger Tor als Motiv aufgeklebt sind. Solche Fenster würden weniger zerkratzt. Die Folien sollen deshalb beibehalten werden.

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