Berlin rumpelt : Bezirke kämpfen mit der Schlaglochplage

Allein Lichtenberg repariert 50 Schlaglöcher jeden Tag. Der ADAC sagt: „Die Straßen sind am Ende“. Anderswo werden die Schlaglöcher mithilfe von Privatpersonen und Firmen geflickt.

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Die Schlaglöcher lassen Berlins Straßen wie Kraterlandschaften aussehen.
Die Schlaglöcher lassen Berlins Straßen wie Kraterlandschaften aussehen.Foto: Thilo Rückeis

Radler und Autofahrer müssen in Berlin wieder Slalom fahren. Nach den frostigen Wintermonaten kommen nun die Straßenschäden zum Vorschein. Die Bezirke flicken die Löcher bereits notdürftig mit Kaltasphalt, der nur wenige Wochen hält. Um den Schlaglöchern den Garaus zu machen, gibt es kreative Ideen, vom Computer-Meldeprogramm bis zum Verkauf der betroffenen Stellen an Sponsoren.

Der Berliner Stefan Strauß hat das Programm „Schlaglochalarm“ entwickelt. Mit der entsprechenden Handy-App oder am Computer können die Berliner den kaputten Asphalt direkt den zuständigen Tiefbauämtern melden. „Berlin ist super geeignet dafür“, sagt Erfinder Stefan Strauß.

Die Zahlen belegen das: Nach dem vergangenen Winter flickten die Bezirke mehr als 90 000 Schlaglöcher für 2,3 Millionen Euro. Auch in diesem Jahr läuft die Schlaglochsaison wieder an, auch wenn die Situation nicht so schlimm sei wie in den Vorjahren, sagt Tempelhof-Schönebergs Baustadtrat Daniel Krüger (CDU). In Lichtenberg werden täglich 50 Straßenschäden repariert, in Sommermonaten sind es 20, heißt es im Bezirksamt. Klagen sind auch aus Marzahn-Hellersdorf zu hören: Vor allem die alten Plattenbaustraßen, die nicht aus gegossenem Asphalt, sondern aus großen Platten bestehen, sind brüchig, weil das eingesickerte Wasser gefroren war. „Die fliegen uns um die Ohren“, sagt Bezirksstadtrat Christian Gräff (CDU). Bei Löchern darin müsse man gleich das ganze Betonfeld für über 20 000 Euro erneuern. Insgesamt brauche sein Bezirk für die Sanierung der Straßen 60 Millionen Euro, sagt Gräff. Neuköllns Bilanz hingegen fällt milde aus: „Es ist nicht das Desaster der vergangenen zwei Winter“, sagt Baustadtrat Thomas Blesing (SPD). Es habe nur kurze Zeit den Wechsel von Frost und Tau gegeben – Schlaglochwetter also. Trotz Haushaltssperre flicke man notdürftig mit Kaltasphalt.

Schlaglöcher auf Berliner Straßen
So machen die Mitarbeiter einer privaten Straßenbaufirma Löcher wieder zu: Zunächst werden die brüchigen Ränder mit einer Schippe abgeklopft.Weitere Bilder anzeigen
1 von 22Foto: dapd
12.01.2011 17:05So machen die Mitarbeiter einer privaten Straßenbaufirma Löcher wieder zu: Zunächst werden die brüchigen Ränder mit einer Schippe...

Charlottenburg-Wilmersdorf hat ein ganz anderes Problem. Mit den 5,6 Millionen Euro, die 2012 und 2013 für den Tiefbau geplant sind, müssen Mindereinnahmen ausgeglichen werden, sagt Baustadtrat Marc Schulte (SPD). „Es gibt daher fast drei Jahre keine neue Baustelle“, sagt Schulte. So lange werden keine Straßen saniert werden können – nur der Ku’damm werde zwischen Rathenauplatz und Adenauerplatz erneuert. Gestrichen sind geplante Sanierungen von Konstanzer Straße, Spandauer Damm, Platanenallee und Bismarckstraße – jede Baustelle hätte etwa 600 000 Euro gekostet.

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