Berliner Flughafen : Brisante Altlast auf Tegel

Es ist ein Gutachten über Munitionsreste auf dem Flughafen Tegel bekannt geworden. Der Senat sieht keine Gefahr.

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Im Anflug. Im Boden des Flughafens Tegel sollen noch Munitionsreste liegen. Foto: ddp

Seit Jahren wird auf dem Flughafen Tegel Munition gesucht und beseitigt. Nun gibt es Streit um ein Gutachten von 2005, das jetzt bekannt geworden ist und vor möglichen Gefahren für den Flugbetrieb warnt. „Der Flughafen Tegel ist sicher“, erklärte dazu die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Mittwoch. Das Gutachten sei nicht zurückgehalten, sondern „mit den entsprechenden Fachleuten diskutiert“ worden. Auch in mehreren Gerichtsverfahren um die Aufteilung der Kosten für die Munitionsbeseitigung sei es Basis gewesen.

Sprecherin Manuela Damianakis sagte, beim Bau des Flughafens sei überall dort, wo Gebäude stehen, nach alter Munition gesucht worden. Allerdings sei das immer mit der Technik geschehen, die jeweils zur Verfügung gestanden habe. Deshalb könne man, so wie im Rest der Stadt, ein Restrisiko nicht ausschließen. „Der Flughafen ist seit Jahrzehnten in Betrieb und es ist nichts passiert“, sagte die Sprecherin. Die Verfügung, dass während der gegenwärtigen Sanierung der Befestigen einiger Rollwege ein 25 Meter breiter Streifen auf Kampfmittel untersucht werden müsse, sei übliche Praxis.

„Das Gutachten liegt uns nicht vor“, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Man werde aber von der Senatsverwaltung „in allen relevanten Fragen“ informiert. Bereits zwischen 1969 und 1981 habe es eine umfangreiche Munitionssuche in Tegel gegeben. Insgesamt sei der Flughafen fast flächendeckend auf Kampfmittel abgesucht. Auch bei der Verlegung von Vorfeldbereichen aus dem Nord- in den Südteil, der Verbreiterung von Rollwegen für Großraumflugzeuge und dem Bau des Terminals C sei gesucht worden. Beim Bau dieses Terminals habe man 7,5 Tonnen Schrott, darunter eine Tonne alte Munition gefunden.

Dass es im Tegeler Boden Munitionsaltlasten gibt, sei seit den ersten Plänen für den Bau eines Flughafens bekannt, sagt Manuela Damianakis. Eine Gefahr bestehe aber nur bei Tiefbauarbeiten, die grundsätzlich einer Freigabe bedürften. In der Vergangenheit sind in Tegel wiederholt Flugzeuge von den Landebahnen und Rollwegen abgekommen. Damianakis wollte weder bestätigen noch dementieren, dass laut Gutachten in einem solchen Fall Sprengkörper zur Explosion gebracht werden könnten. Der Deutschen Flugsicherung ist das Gutachten nicht bekannt. Man sehe aber keinen Grund, die bisherigen Abläufe zu verändern. du-

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