Berliner Verkehr : Schneemassen zwingen die Stadt zur Geduld

Bislang wurden zwar nur Hauptstraßen geräumt, doch Autofahrer kamen in Berlin zumeist gut mit den Witterungsverhältnissen klar. Die S-Bahn schränkt unterdessen das Angebot nochmals ein.

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Schneeschieber. Autofahrer hatten Probleme. -Foto: dpa

Zumindest die Berliner Autofahrer ließen sich vom Schnee bisher kaum stoppen. Auch weil es der Stadtreinigung bereits am Samstagabend gelungen war, zumindest die Hauptstraßen passabel befahrbar zu machen. Dagegen schlittern Fußgänger nach wie vor über nicht geräumte Gehwege, Radfahrer müssen meist auf die Straße ausweichen. Im Flugverkehr dagegen gab es Ausfälle, ganz besonders trafen Schnee und Eis die Bahn.

Bei der BVG fuhren auch am Sonntag Bahnen und Busse „im grünen Bereich“; Verspätungen gab es nach Angaben der Leitstelle bis zum Abend kaum. Nach wie vor eingestellt sind aber die meisten Fähren und die Ausflugsstrecke über die Havelchaussee, wo die Busse die nicht geräumten Anstiege nicht schaffen. Auf den Straßen will die Stadtreinigung BSR heute wieder von 3 Uhr an im Einsatz sein, kündigte BSR-Sprecher Bernd Müller an. Vorrang habe dann wieder das rund 4000 Kilometer lange Hauptstraßennetz. Dass beim Räumen ein Schneehaufen auch vor parkenden Autos entstehe, sei nicht zu vermeiden. Hier müssten die Autofahrer dann selbst schaufeln.

Im Flugverkehr waren wie am Sonnabend auch gestern Verbindungen nach Frankfurt (Main) und München vorsorglich gestrichen worden, um dort flexibel auf Verspätungen vor allem bei interkontinentalen Verbindungen reagieren zu können. In Tegel und Schönefeld hatte man sich nach Angaben von Flughafensprecher Ralf Kunkel auf das angekündigte Unwetter eingestellt und zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz. Witterungsbedingt sei kein Flug ausgefallen.

Im Fernverkehr waren am Sonntag die meisten Züge unpünktlich, einige Verbindungen fielen ganz aus. Witterungsbedingt, aber auch wegen Defekten an den Triebfahrzeugen. Verspätungen bis zu 100 Minuten gab es etwa beim ICE nach Düsseldorf. Der Intercity von Berlin nach Stralsund war rund zwei Stunden länger unterwegs, weil er umgeleitet werden musste. Die direkte Route über Anklam war gesperrt, da am frühen Morgen ein Regionalzug bei seiner Fahrt von Stralsund Richtung Berlin in den hohen Schneewänden stecken geblieben war. Regionalzüge aus Berlin Richtung Stralsund endeten deshalb bereits in Pasewalk.

Auch im übrigen Regionalverkehr gab es zum Teil wieder große Verspätungen; um sie auszugleichen, ließ die Bahn Züge auch vorzeitig enden und schickte sie etwa statt in Rathenow bereits in Wustermark zurück. Wegen Weichenstörungen auf der Stadtbahn fielen zudem gestern Nachmittag die Ersatzzüge für die S-Bahn zwischen Potsdam und Ostbahnhof aus.

Weniger Probleme gab es nach Angaben der Bahn bei der S-Bahn; vor allem durch Weichenstörungen sei es aber auch zu Verspätungen gekommen. Zudem hat die S-Bahn das Angebot weiter eingeschränkt. Auf der S 7 (Ahrensfelde–Potsdam) fuhren die Züge nur noch alle 20 Minuten; bisher gab es wenigstens zwischen Ahrensfelde und Ostbahnhof einen Zehn-Minuten-Verkehr. Und die S 47 aus Spindlersfeld endete bereits in Schöneweide und nicht in Südkreuz.

Angaben zu dem für Montag geplanten Angebot gab es am Sonntag bis Redaktionsschluss nicht. Der Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses wird sich heute um 10 Uhr erneut mit der S-Bahn beschäftigten. Bahnchef Rüdiger Grube hat seine Teilnahme abgesagt.

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