Berlins Fernbahnhöfe : Bahn lässt Kunden selbst schleppen

So sieht Komfort bei der Bahn aus: Wer mit schwerem Gepäck reisen will, muss selbst schleppen – oder sich Hilfe bei einem Mitarbeiter holen. Für Kofferkulis auf den Fernbahnhöfen Spandau, Ostbahnhof und Gesundbrunnen sieht das Unternehmen keinen Bedarf.

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Auf den Fernbahnhöfen Spandau, Ostbahnhof und Gesundbrunnen hat die Bahn die Kofferkulis abgeschafft, die früher auf den Bahnsteigen standen. Nur im Hauptbahnhof und am Südkreuz gibt es noch Wagen für den Gepäcktransport im Bahnhofsgebäude.

Die Bahn sieht keinen Bedarf mehr für diesen Service. Die Kofferkulis würden kaum noch genutzt, sagte ein Unternehmenssprecher. Die meisten Reisenden seien heutzutage mit Rollenkoffern unterwegs, die man nicht auf den Gepäckwagen laden müsse. Sollte doch einmal ein Kofferkuli benötigt werden, gebe es auf Nachfrage Hilfe bei Bahnmitarbeitern, etwa am Servicepoint. Wer allerdings allein unterwegs ist, muss sein schweres Gepäck dazu, will er es nicht unbeaufsichtigt zurücklassen, auch mit den Händen bis zu den Schaltern wuchten, die meist in den Bahnhofshallen stehen. Und von dort ist der Weg zum Taxi oder zum Parkplatz meist nicht mehr weit. Richtig viel bringt die Hilfe, die dort gerufen wird oder einen Gepäckwagen organisiert, nicht mehr.

Am Flughafen haben die Kofferkulis dagegen weiter eine Zukunft. Für den in Schönefeld entstehenden neuen Flughafen Berlin-Brandenburg, der nach eigenen Angaben der modernste in Europa werden soll, läuft jetzt die Ausschreibung für das Beschaffen von Gepäckwagen – obwohl dort die Wege doch so kurz sein sollen. Klaus Kurpjuweit

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