Betriebsversammlung : S-Bahn auf dem Weg der Besserung

Die Mitarbeiter der S-Bahn und Bahnchef Rüdiger Grube ziehen an einem Strang. Und davon sollen am Ende auch die Fahrgäste profitieren.

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Grube
Rüdiger Grube -Foto: ddp

Ziel sei es, auch nach dem Auslaufen des Verkehrsvertrags mit dem Senat im Dezember 2017 so gut zu sein, dass die Bahn auch eine Ausschreibung des Betriebs gewinnen könne, sagte Grube am Montag auf der Betriebsversammlung der S-Bahn in der Hauptwerkstatt Schöneweide. Bei den Nachverhandlungen zum jetzigen Vertrag wolle er einen Kompromiss mit dem Senat erreichen. Knapp 1000 S-Bahner hatten an der Versammlung teilgenommen. Beeinträchtigungen im Betrieb gab es nach Angaben der Bahn dadurch nicht.

Nach gegenwärtigem Stand könne die S-Bahn ihr Ziel erreichen, zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember wieder auf allen Linien nach dem regulären Plan zu fahren, sagte Betriebsratschef Heiner Wegner. Seit fast einem Jahr sind die Linien S 45 (Flughafen Schönefeld–Bahnhof Südkreuz) und S 85(Waidmannslust–Grünau) eingestellt; auf anderen Linien ist das Angebot eingeschränkt. Mitte 2011 könnten die Züge auch wieder mit der vorgesehenen Wagenzahl fahren, ist Wegner überzeugt.

Allerdings müssen vorher noch weitere Testfahrten zur Festigkeit der Räder ausgewertet werden. Sollte es hier weitere Auflagen geben, um die Sicherheit zu gewährleisten, könnte der Plan für die Rückkehr zum Normalbetrieb gefährdet werden. Auch bei den 60 Doppelwagen der Baureihe 485 gibt es für nachträglich eingebaute andere Radtypen weiter keine Bauartzulassung. Die Züge müssen deshalb auf dem Abstellgleis bleiben.

Und für die schon vor Jahren abgestellten 20 Doppelwagen dieser Baureihe, die wieder betriebsfähig hergerichtet werden sollen, ist die Ausschreibung noch nicht abgeschlossen. Da der S-Bahn die Kapazitäten für die Wiederinbetriebnahme dieser Züge fehlen, soll die Industrie den Auftrag erhalten. Der schlechte Zustand der Fahrzeuge und nicht mehr vorhandene Ersatzteile erschweren die Kostenkalkulation.

Bei der Instandhaltung sei die S-Bahn jetzt aber wieder auf einem guten Weg, sagte Grube nach Angaben von Mitarbeitern auf der Versammlung. Für die Werkstätten Schöneweide und Friedrichsfelde gebe es eine Bestandsgarantie bis 2017. Die 2006 aus Spargründen geschlossene Anlage in Friedrichsfelde war erst Anfang des Jahres wiedereröffnet worden.

Der Vorstand der Bahn unterstütze die Geschäftsführung der S-Bahn auf dem Weg, aus ihr wieder ein Vorzeigeunternehmen zu machen, sagte Grube weiter. Für ein weltweites Agieren der Bahn sei das Chaos vor der Haustür peinlich.

Und teuer. Grube wies erneut darauf hin, dass das Desaster bei der S-Bahn bisher rund 220 Millionen Euro verschlungen habe. Und das muss noch nicht der Schluss sein. 

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