BVG-Mitarbeiter im Ausstand : Die Stadt blieb trotz Warnstreiks mobil

19.02.2012 00:00 UhrVon , und

Obwohl bei der BVG nichts ging, rollte der Verkehr weitgehend normal. Nur der Einzelhandel litt.

Der Warnstreik der BVG ließ die Stadt kalt.Bilder
Der Warnstreik der BVG ließ die Stadt kalt. - Foto: dpa

Gelitten hat vor allem der Einzelhandel. Von 30 Prozent Umsatzeinbuße sprachen Kaufleute. Ansonsten hat Berlin den ganztägigen Streik bei der BVG gut verkraftet, die Straßen waren etwas voller als sonst und die S-Bahnen auch. Taxis waren nirgendwo knapp, allerdings hakte es mal wieder bei der Bahn. Auf der Stadtbahn fuhren die S-Bahn-Züge unregelmäßig und mit Verspätung, mittags verursachte eine Oberleitungsstörung in Rummelsburg Verspätungen im Fern- und Regionalverkehr. Voll wurde es am frühen Nachmittag vor allem Richtung Olympiastadion, am Bahnhof Westkreuz war das Gedränge tausender Hertha- und Dortmund-Fans beträchtlich. Wie vor Tagen angekündigt, legte die Gewerkschaft Verdi die gesamte BVG zwischen 5 Uhr und 19 Uhr lahm. 5000 BVGler beteiligten sich am Ausstand. Die Gewerkschaft Verdi fordert für 2012 und 2013, die Löhne und Gehälter um jeweils 2,3 Prozent zu erhöhen. Der Kommunale Arbeitgeberverband, der für die BVG die Verhandlungen führt, will sich auf diese Forderung nur für dieses Jahr einlassen; 2013 seien nicht mehr als 1,3 Prozent Erhöhung drin. Am Montag sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Um 19 Uhr setzen sich die ersten U-Bahnen und Busse wieder in Bewegung. Ein paar Stunden dauert es aber noch, bis alles wieder einigermaßen normal läuft. Beziehungsweise fährt.

GEDRÄNGE IN DEN S-BAHNEN

Die Hauptlast trug wie zu erwarten die S-Bahn. Die Züge waren deutlich voller als sonst, besonders eng wurde es in Richtung Olympiastadion. Mittags behinderte eine Stunde lang eine Oberleitungsstörung in Rummelsburg den Verkehr, viele Regional- und Fernzüge hatten Verspätungen von bis zu einer halben Stunde. Durcheinander ist auch der Fahrplan der S-Bahn auf der Stadtbahn. Um 12.05 Uhr hallt diese Ansage durch den Hauptbahnhof: „Aufgrund einer Betriebsstörung ist der Zugverkehr unregelmäßig.“ Ein S-Bahn-Sprecher konnte später nicht sagen, was damit gemeint war.

NOTPROGRAMM MIT PRIVATBUSSEN

Die BVG konnte nur etwa 100 Busse aufbieten, mit denen Privatunternehmen 23 Linien bedienen. Da kaum ein Kunde weiß, welche das sind, waren die Wagen weitgehend leer – weil Fahrgäste die BVG ja im Streik wähnten. So verließ der 204er um 11 Uhr mit nur drei Fahrgästen an Bord den Bahnhof Zoo in Richtung S-Bahnhof Südkreuz.

U-BAHNHÖFE GESCHLOSSEN

Alle U-Bahnhöfe waren vergittert, Händler konnten ihre Läden in den Stationen nicht öffnen. Viele Touristen standen ratlos vor den verschlossenen U-Bahn-Eingängen, die Aushänge „Streik“ waren nur auf deutsch. Immerhin informierten die „Daisy“-Anzeigen an Bushaltestellen auch in Englisch.

FLAUTE FÜR DEN EINZELHANDEL

Von etwa 20 bis 30 Prozent Umsatzeinbußen sprach der Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen am Nachmittag: „Ein ganz schlimmer Tag für Berlin“, lautete sein Fazit für den Einzelhandel in der ganzen Stadt. In Einkaufsgegenden mit viel BVG-Publikum seien es bis zu 40 Prozent minus gewesen. „Verdi nimmt die Stadt in Geiselhaft“, ärgerte sich Busch-Petersen. „Es kommt weniger Kundschaft“, sagten auch Verkäuferinnen am Kreuzberger Mehringdamm. Sie hatten sich bereits am Freitag zu Fahrgemeinschaften verabredet, um pünktlich im Geschäft zu sein.

VOLLE STRASSEN, ABER KAUM STAUS

Obwohl viele auf das Auto umstiegen, rollte der Verkehr auf den Straßen weitgehend flüssig. Nach Auskunft des Verkehrswarndienstes der Polizei gab es keinerlei Probleme, „so wie jeden Sonnabend eben“. Staus gab es nur Nachmittags vor allem auf der Stadtautobahn und der Heerstraße, als Zehntausende zum Spiel Hertha-Dortmund ins Olympiastadion wollten.


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