City-Airport : Kanzlerin setzt sich für Tempelhof ein

Die Bundesregierung macht sich weiter für einen Fortbestand von Tempelhof stark. Die Kanzlerin betonte, dass für viele Menschen der Flughafen "mit der Luftbrücke ein Symbol der Geschichte dieser Stadt" sei.

Berlin In rund einer Woche entscheiden die Berliner, ob der Flughafen Tempelhof weiter betrieben werden soll. Nun hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bürger zur Teilnahme an der Abstimmung aufgerufen. Sie hoffe, dass viele Berliner am Volksentscheid zur Zukunft von Tempelhof teilnehmen und ihr Stimmrecht ausüben, sagte Merkel der Tageszeitung "B.Z.". Der Weiterbetrieb des zur Schließung vorgesehenen innerstädtischen Airports sei "nicht nur von Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsplätze". Der Flughafen stelle "für viele und für mich persönlich mit der Luftbrücke ein Symbol der Geschichte dieser Stadt" dar.

Beim ersten Volksentscheid in der Geschichte der Stadt sind am 27. April rund 2,44 Millionen Berliner stimmberechtigt. Zur Abstimmung steht die Frage, ob Tempelhof als Verkehrsflughafen offengehalten werden soll. Für einen erfolgreichen Volksentscheid, der auf Initiative der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof durchgeführt wird, muss eine Mehrheit von mindestens 611.000 wahlberechtigten Berlinern für den Weiterbetrieb des Flughafens stimmen. Für den Senat, der den defizitären Innenstadt-Flughafen Ende Oktober schließen will, ist die Entscheidung allerdings nicht rechtlich bindend.

Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Tagen ihr Angebot an das Land Berlin erneuert, bei einem positiven Volksentscheid bis zur Eröffnung von Berlin Brandenburg International (BBI) das jährliche Defizit des Flughafens Tempelhof von derzeit rund zwölf Millionen Euro zu übernehmen. Der Ausbau des Airports Schönefeld zum Großflughafen soll Ende 2011 abgeschlossen sein. Der Senat lehnt das Angebot des Bundes weiter ab. (ae/ddp)

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