Eingeschränktes Fahrangebot : Warten auf den Bus

Kein Spaß zur Adventszeit: Mit weniger Bussen ist die BVG derzeit in Berlin unterwegs und reagiert so auf den Fahrzeugmangel. Auch die S-Bahn-Züge fährt weiter mit weniger Wagen.

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Fahrgäste müssen länger auf ihren Bus warten.
Fahrgäste müssen länger auf ihren Bus warten.Foto: dapd

Für die Fahrgäste im Nahverkehr gibt es keine vorweihnachtlichen Geschenke. Auch am Montag mussten sich bei der S-Bahn die Nutzer in proppenvolle Züge quetschen, weil weiter Fahrzeuge fehlen. Und jetzt hat auch noch die BVG planmäßig auf 18 Buslinien ihr Angebot eingeschränkt und dort das übliche Zusatzangebot gestrichen. Fahrgäste müssen nun länger auf einen Bus warten. Der Grund ist auch hier der Fahrzeugmangel. Bereits vorher waren Fahrten regelmäßig ausgefallen; was allerdings jeweils sporadisch entschieden worden war, so dass sich Fahrgäste nicht darauf einstellen konnten.

Die S-Bahn hat ihr Ziel nicht erreicht, zu Beginn der Woche wenigstens zu dem Notbetrieb überzugehen, den sie vor den winterlichen Zugausfällen anbieten konnte. Die Züge fuhren zwar fast alle nach dem damaligen Notfahrplan, doch dafür mit weniger Wagen. Auf der S 1 (Wannsee–Oranienburg), der S 2 Blankenfelde–Bernau) oder der S 25 (Teltow-Stadt–Hennigsdorf) waren die Züge statt mit sechs Wagen nur mit vier unterwegs. Beim Normalbetrieb fahren die Züge auf der S 1 und S 2 sogar mit acht Wagen.

Auch auf den Linien S 3 (Erkner–Spandau) und S 5 (Strausberg Nord–Westkreuz) konnte die S-Bahn nur Züge mit sechs statt acht Wagen fahren lassen. Zudem bot sie zeitweise den Zehn-Minuten-Takt auf der S 5 nur zwischen Hoppegarten und Warschauer Straße an, auf der S 7 fuhren die Züge nur zwischen Ahrensfelde und Westkreuz im Zehn-Minuten-Takt.

Bei der BVG führt das Streichen von Fahrten dazu, dass Busse nun vorläufig regelmäßig statt alle fünf Minuten nur noch alle zehn Minuten fahren oder der Takt sogar von zehn Minuten auf 20 Minuten erweitert wird. Nach Angaben von BVG-Sprecher Klaus Wazlak sind davon aber nur Abschnitte betroffen und nicht die ganze Strecke. So entfällt zum Beispiel auf der M 29-Strecke (Grunewald, Roseneck–Hermannplatz) der Fünf-Minuten-Verkehr zwischen Wittenbergplatz und Hermannplatz. Einschnitte gibt es auch auf den Linien M 44, M 46, MX 76, X 49, 101, 108, 114, 122, 123, 171, 181, 186, 192, 194, 221, 277 und 283.

Einen solchen „Notfahrplan“ mit der Bekanntgabe der Einschränkungen hatte bereits nach den ersten massenweisen Busausfällen der Fahrgastverband Igeb gefordert. Den Begriff Notfahrplan lehnt die BVG allerdings ab, da es, wie Wazlak sagte, keinen Notfall gebe. Durch aufwendige Kontrollen nach mehreren Fahrzeugbränden fehlen Busse für den Betrieb. Auch rund 30 gemietete Fahrzeuge reichen nicht aus, die Lücken zu füllen. Auf ausführliche Informationen zu den Einschränkungen im Fahrplan habe die BVG verzichtet, weil es zu kompliziert gewesen wäre, sie für jede Linie zu erklären, sagte Wazlak. Bei der Fahrplanauskunft im Internet seien sie berücksichtigt.

Angesichts der anhaltenden Einschränkungen bei der BVG und der S-Bahn haben CDU und FDP am Montag gefordert, auf die zum 1. Januar vorgesehenen Fahrpreiserhöhungen zu verzichten, was, wie berichtet, der Senat und die Verkehrsbetriebe ablehnen.

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