Erneuter Vorstoß : Promillegrenze für Radfahrer

08.06.2012 18:18 Uhr
  • Spätrömisches Frauenbild? Wie ein Centurio steht dieser Berliner auf dem "Streitwagen" und stützt sich auf eine Frau. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie und Ihre Berliner Radfotos an leserbilder@tagesspiegel.de. Foto: Pascal Striebel
    Spätrömisches Frauenbild? Wie ein Centurio steht dieser Berliner auf dem "Streitwagen" und stützt sich auf eine Frau. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie und Ihre Berliner... - Foto: Pascal Striebel
  • Am Hermannplatz Ecke Kottbusser Damm wurde geräumt - ärgerlicherweise voll auf den Radweg. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie uns Ihre Leserfotos an leserbilder@tagesspiegel.de Foto: Christian Müller
    Am Hermannplatz Ecke Kottbusser Damm wurde geräumt - ärgerlicherweise voll auf den Radweg. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie uns Ihre Leserfotos an... - Foto: Christian Müller
  • Stillleben in der Kreuzberger Dudenstraße. Foto: tozei
    Stillleben in der Kreuzberger Dudenstraße. - Foto: tozei

Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Vorschlag gemacht wird: Kommt jetzt doch eine niedrigere Promillegrenze für Fahrradfahrer? Das fordert der ADFC. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sieht aber noch keine Notwendigkeit.

Verkehrsexperten von SPD und Grünen unterstützen die Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nach einer zusätzlichen Promille-Grenze für Radfahrer. „Wir sollten den Vorschlag des ADFC für eine neue Promillegrenze ernsthaft diskutieren“, sagte Sören Bartol, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der „Welt“.

Bislang werden Werte ab 1,6 Promille strafrechtlich belangt - daran soll sich auch nach dem Vorschlag des ADFC nichts ändern. Der Club regte aber an, dass bereits ab einem Grenzwert von 1,1 Promille - analog zur 0,5 Promillegrenze bei Autofahrern - Bußgelder verhängt werden sollten.

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Der ADFC und die Verkehrswacht fordern die Senkung der Promillegrenze für Radfahrer. Ein sinnvoller Vorschlag?

Bartol sagte, Ziel müsse eine Verbesserung der Verkehrssicherheit im Fahrradverkehr sein: „Generell sollte gelten: Wer trinkt, sollte nicht aufs Fahrrad steigen. Eine neue Promillegrenze kann ein Signal sein, dass Fahrradfahren mit Alkohol kein Kavaliersdelikt ist.“ Auch Grünen-Verkehrsexperte Anton Hofreiter zeigte sich offen für eine Debatte über einen neuen Grenzwert. „Bei stark steigendem Radverkehr ist es sicher sinnvoll, über Promille-Grenzen für Radfahrer nachzudenken.“ Jedoch betonte er, Unfallursache Nummer eins im Straßenverkehr sei immer noch zu hohes Tempo bei Autofahrern.

Laut amtlicher Verkehrsunfallstatistik ist die Zahl der unter Alkoholeinfluss verunglückten Radfahrer seit 2005 gesunken. 2010 waren es 3489 Unfallopfer. Allerdings ging auch insgesamt die Zahl der Alkoholunfälle im Verkehr zurück, so dass der relative Anteil der Radler gestiegen ist. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht bisher keinen Anlass, an der 1,6-Promille-Grenze zu rütteln oder eine abgestufte Promillegrenze wie bei Autofahrern einzuführen. Die Deutsche Verkehrswacht hatte jüngst 1,1 Promille als strafrechtliche Grenze gefordert. (dpa)

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