Fahrgastbefragung : Wohin fahren Sie heute?

Fahrausweis, Fahrtweg und - ziel: Seit Montag erforscht der VBB die Fahrgewohnheiten von 700.000 Passagieren in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Vor allem für die S-Bahn könnte das Ergebnis schmerzhaft sein - und teuer.

Janina Guthke

Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin und Brandenburg müssen seit Montag damit rechnen, nach ihren Fahrgewohnheiten gefragt zu werden. Der Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat diese Verkehrserhebung in Auftrag gegeben. Dabei werden die Fahrgäste in Bussen und Bahnen gezählt - und nach ihrem Fahrausweis, Fahrtweg und -ziel gefragt. Die Befragung dauert nach Angaben des VBB nur zwei Minuten und ist anonym und vor allem freiwillig.

Insgesamt will der Verbund mehr als 700.000 Menschen befragen. "Das zieht sich über mehrere Monate hin", sagte die Pressesprecherin des VBB, Elke Krokowski. Die Fragen seien eher unspektakulär. "Es ist keine Qualitätsbefragung", macht Krokowski klar. Es gehe einzig und allein um die Art des Fahrausweises, wo er gekauft wurde, Start und Ziel der Fahrt, und welche Strecke die Kunden nutzen. Die Interviewer lassen sich zwar die Fahrscheine zeigen, doch kontrollieren sie nur die Teilnehmer an der freiwilligen Umfrage. Beschwerden dürfen sie nicht aufnehmen.

Weniger Geld für S-Bahn wahrscheinlich

Spannend könnte die Umfrage für die S-Bahn werden. Da die ermittelten Daten als Grundlage zur Aufteilung der Fahrgeldeinnahmen bei den Verkehrsunternehmen dienen, könnte sich der Anteil für die mit weniger Zügen fahrende S-Bahn verringern. Es sei denn, "der S-Bahn gelingt es mit weniger Zügen genauso viele Fahrgäste wie bei der vorherigen Befragung zu transportieren", erklärte Krokowski. "Die Verteilung des Geldes richtet sich nach der Anzahl der Kunden, die wir in den nächsten Monaten zählen."

Einige Gäste trifft die Umfrage früher als andere: Bei der BVG beginnt die Zählung direkt am Montag, bei der DB Regio AG und der S-Bahn Berlin GmbH wird sie etwas später starten. Sollten aufgrund des angekündigten Streiks der DDB Tarifunion am Dienstag weniger Fahrgäste die Busse und Bahnen der BVG nutzen, könnte sich das negativ auf den Anteil des Unternehmens an den gesamten VBB-Einnahmen auswirken.


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