Fahrpreise : Taxifahren wird ab Juli teurer

Der Kraftstoff war in den vergangenen Monaten so preiswert wie lange nicht, trotzdem wird Taxifahren in Berlin teurer – und zwar im Schnitt um fünf Prozent. Ab Flughafen Tegel und für Kurzstrecken werden 50 Cent Aufschlag verlangt.

Beate Brehm
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Besonders deutlich fällt die Preiserhöhung bei den Kurzstrecken aus. -Foto: Thilo Rückeis

Der Kraftstoff war in den vergangenen Monaten so preiswert wie lange nicht, trotzdem wird Taxifahren in Berlin teurer – und zwar im Schnitt um fünf Prozent. Das ist das Ergebnis von Gesprächen der beiden Taxifahrerverbände und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Grund für die Preiserhöhung sind nach Angaben der Verbände gestiegene Kosten für Fahrzeuge, Reparaturen und Versicherungen. Bis der neue Tarif in Kraft tritt, muss noch eine Senatsvorlage ausgearbeitet und vom Senat verabschiedet werden. Geplant ist die Umstellung zum 1. Juli.

Besonders deutlich fällt die Preissteigerung beim Kurzstreckentarif aus: Fahrten bis zu zwei Kilometern kosten künftig vier statt bisher 3,50 Euro – das sind etwa 14 Prozent mehr. Damit, dass Taxifahrer Kurzstrecken nicht besonders lieben, weil sie unlukrativ sind, habe das allerdings nichts zu tun, sagt Uwe Gawehn, Vizechef der Berliner Taxi-Innung. Wenn das Taxi weiter fährt als zwei Kilometer, gleichen die Taxometer den Tarif an. Im neuen Tarif erhöht sich der Grundpreis pro Fahrt um 20 Cent auf 3,20 Euro. Die ersten sieben Kilometer werden 1,65 Euro statt derzeit 1,58 Euro, jeder weitere Kilometer 1,28 Euro statt bisher 1,20 Euro kosten. Eine durchschnittliche Fahrt von sieben Kilometern sei dann rund fünf Prozent teurer.

Mit dem neuen Tarif tritt auch der Airport-Zuschlag in Kraft. 50 Cent extra kostet dann jede Fahrt ab Tegel. Die gehen nicht an den Fahrer, sondern an die Flughafengesellschaft. Damit werden sechs Mitarbeiter bezahlt, die die neuen Qualitätsstandards überwachen: So muss künftig in jedem Taxi, das vom Flughafen abfährt, mit EC- oder Kreditkarte gezahlt werden können. Außerdem müssen die Fahrer Grundkenntnisse in Englisch haben und dürfen kurze Fahrten nicht mehr ablehnen. Am Flughafen Schönefeld muss diese Pauschale nicht gezahlt werden. Für Kollegen, die die Tegel-Gebühr als „Abzocke“ bezeichnen, hat Gawehn aber kein Verständnis: Das sei „Unsinn“, schließlich komme der Kunde für diese Gebühr auf. Bisher zahlten die Taxiunternehmen eine Pauschale. Die Kritiker seien aber ohnehin in der Minderheit, „ein paar notorische Tegel-Fahrer, sonst kaum jemand“. Wenn der neue Tarif in Kraft tritt, bekommen die Taxifahrer eine Übergangsfrist, um ihre Zähler umzuprogrammieren. 14 Tage haben sie dafür Zeit. Zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August müsse am Flughafen aber alles geregelt sein, sagt Gawehn, „sonst bricht der Taxiverkehr zusammen“. Beate Brehm

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