Flughafen Schönefeld : BBI: Pavillons könnten Platzprobleme lösen

Der Regierende Bürgermeister Wowereit schließt im Hauptausschuss eine verzögerte Flughafeneröffnung aber nicht aus

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Im Anflug. Berlins Flughafenplanung ist weiter in Bewegung, egal ob beim zukünftigen BBI, beim ehemaligen Flughafen Tempelhof oder beim zukünftigen ehemaligen Flughafen Tegel. Foto: ddp/Michael Urban Foto: ddp
Im Anflug. Berlins Flughafenplanung ist weiter in Bewegung, egal ob beim zukünftigen BBI, beim ehemaligen Flughafen Tempelhof oder...Foto: ddp

Das Terminal für den Großflughafen in Schönefeld (BBI) wird möglicherweise durch zwei Pavillons erweitert, die rechts und links des Hauptgebäudes bis 2013 gebaut werden könnten. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stellte dies am Mittwoch als eine Variante vor, um die Platzprobleme des Airports zu lösen, die durch neue Sicherheitsvorschriften der EU entstanden sind.

Mit diesen Pavillons würde Platz geschaffen für Röntgengeräte zur Kontrolle von Flüssigkeiten beim Check-in der Fluggäste. Die Scanner sind voraussichtlich doppelt so breit und vier Mal so schwer wie die Geräte, die zurzeit auf Flughäfen in Betrieb sind. Im knapp bemessenen Terminal, so stellte sich Ende Mai endgültig heraus, ist dafür nicht genug Platz. Bis April 2013 müssen sie aber laut EU-Vorschrift in Betrieb gehen. „Das ist zwingend“, sagte Wowereit. Er deutete aber an, dass bis dahin eine Interimslösung denkbar ist. So könnten mit der Eröffnung von BBI erst einmal alte (also Platz sparende) und neue Geräte gemischt in Betrieb gehen und die Passagiere bei der Kontrolle entsprechend aufgeteilt werden. Je nachdem, ob sie Behälter mit Flüssigkeiten dabei haben oder nicht.

Die zweite Variante, die Wowereit in einer gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Stadtentwicklungsausschusses erwähnte: BBI geht nur mit alten Geräten in Betrieb und 2013 wird komplett umgebaut. Das sei aber gewiss nicht im Interesse der Bundespolizei, die für die Sicherheit auf deutschen Flughäfen zuständig ist. Und es kostet sicher mehr Geld. „Beide Varianten werden noch durchgerechnet“, teilte Wowereit den Abgeordneten mit. Nach aktuellem Stand der Erkenntnisse sei der Bau der beiden Pavillons sogar „im Kostenrahmen möglich“.

Der Regierungschef betonte, dass diese Erweiterungsbauten nichts mit den Satellitenbauten zu tun hätten, die später einmal als ergänzende Terminals die Passagierkapazitäten von BBI erheblich erweitern sollen. Trotzdem müssten, damit die Pavillons im Frühjahr 2013 betriebsfertig sind, zügig Bebauungspläne aufgestellt werden. Die Grundsatzentscheidung fällt am 25. Juni im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft.

Dann wird auch entschieden, ob die neuen EU-Sicherheitsvorschriften und Planungsverzögerungen durch den harten Winter und den Konkurs der Ingenieurfirma Kruck die Eröffnung des Großflughafens BBI verzögern. Der bisherige Termin: 30. Oktober 2011. Wowereit bat die Parlamentarier bis zur Aufsichtsratsitzung um Geduld. „Wir sind noch in der Beratung.“ Aber er versprach, „nicht aus politischen Gründen einen unsinnigen Eröffnungstermin zu setzen“. Der enge und ambitionierte Zeitplan, für den er von Anfang an geworben habe, diene dazu, „Druck zu machen“ auf die BBI-Geschäftsführung und die Planer.

In einer „Sachstandsinformation“ für den Hauptausschuss schätzt die Flughafengesellschaft ein, dass die „Leistungspakete“ für den Innenausbau des Terminals weitgehend termingerecht zu schaffen seien. Die verzögerte Planung, verursacht durch die Firmenpleite, würden aktuell von der Planungsgemeinschaft pgbbi „ertüchtigt“. Etwas weiter hinten heißt es trotzdem: „Stabile und sichere Prozesse für die reibungslose Betriebsaufnahme“ seien ein wichtiges Kriterium für den Eröffnungstermin. „Hier ist eine Eröffnung im Frühjahr risikoärmer, da der Winterdienstbetrieb und Enteisungsprozeduren nicht von Beginn an die Prozesse verkomplizieren.“ Auch sei die Eröffnung nicht zwingend an den turnusmäßigen Flugplanwechsel gebunden.

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