Flughafenbau : Wirtschaftsforscher halten BBI für zu klein

Noch in Planung und schon zu klein? Das Institut der Deutschen Wirtschaft kritisiert die bisherigen Entwürfe und warnt, der Flughafen könnte weniger Flugbewegungen als die bisherigen drei Hauptstadtairports haben.

BBI
Der zukünftige Flughafen Berlin Brandenburg International. -Bild: ddp

PotsdamDas Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat die Planungen für den Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld kritisiert. Angesichts des starken Wachstums im Luftverkehr werde der neue Airport zu klein, sagte der Experte für Mittelstand und Strukturpolitik, Klaus-Heiner Röhlhieß, laut einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen". Mit seinen zwei Start- und Landebahnen lasse der BBI nur 90 Flugbewegungen pro Stunde zu. Das seien weniger Flugbewegungen als auf den bisherigen drei Hauptstadtairports in Schönefeld sowie in Berlin-Tempelhof und Berlin-Tegel.

Der neue Großflughafen soll 2011 in Betrieb gehen und hat zunächst eine Kapazität von jährlich 22 bis 25 Millionen Passagieren, kann aber auf bis zu 40 Millionen Fluggäste ausgebaut werden. Trotzdem befürchtet Röhl spätestens ab 2025 Kapazitätsengpässe. Er empfiehlt, schon jetzt über eine dritte Start- und Landebahn nachzudenken. Alternativ rät der Experte dazu, Tegel für Regierungs-, Geschäfts- und Billigflieger offen zu halten. Bisher ist geplant, Tegel mit der Eröffnung des BBI zu schließen.

Bei der Flughafengesellschaft stößt die Kritik des Instituts auf Unverständnis. Es sei "schlichtweg falsch", dass der BBI nicht groß genug ist, sagt Flughafensprecher Ralf Kunkel der Zeitung. Dabei sei die Zahl der möglichen Starts und Landungen nicht die entscheidende Größe. Am Airport London-Heathrow würden mit zwei Start- und Landebahnen jährlich 67 Millionen Passagiere befördert.

Auch im Brandenburger Verkehrsministerium hieß es, die Flughafenplanung sei "absolut bedarfsgerecht". Aus Sicht von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin wäre es "unwirtschaftlich", Tegel trotz des BBI weiter zu betreiben. Dies schaffe große Probleme beim Umsteigen, sagte Sprecherin Angelika Schwaff. (mit ddp)

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