Friedrichstraße : Hickhack um Tunnel geht weiter

Nachdem der Durchgang zwischen S- und U-Bahnhof an der Friedrichstraße nach vier Jahren endlich wieder geöffnet wurde, war nach nur einem Tag schon wieder Schluss: Die Brandschutztüren entsprechen nicht den Vorschriften.

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Kein Licht am Ende des Tunnels. Die Öffnung des Durchgangs bleibt ungewiss.
Kein Licht am Ende des Tunnels. Die Öffnung des Durchgangs bleibt ungewiss.Foto: Kai-Uwe

Vier Jahre dicht, dann einen Tag lang offen und umgehend wieder geschlossen: Ein Ende der Posse um den Verbindungsgang zwischen den Bahnsteigen der S- und der U-Bahn im Bahnhof Friedrichstraße ist nicht in Sicht. Der Tunnel, der die Umsteigewege erheblich verkürzen würde, bleibt weiter unpassierbar.

Dabei hatte man sich eine ungewöhnliche Zwischenlösung einfallen lassen. Wie einst im Mittelalter sollte eine leibhaftige Brandwache dafür sorgen, dass bei einem Feuer schnell Alarm ausgelöst wird. Denn die eingebauten Brandschutztüren entsprechen nicht den Vorschriften. Sogar das penible Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hätte diese Zwischenlösung „geduldet“, wie ein Sprecher sagte.

Das reicht der Abteilung Station und Service bei der Bahn aber nicht: „Zwischen dulden und genehmigen besteht ein himmelweiter Unterschied“, hat die Bahn erkannt. Und weil die erforderlichen Genehmigungen fehlen, bleibt der Tunnel dicht – die Brandwache arbeitslos.

Die Lösung sollen nun nach der Logik der Bahn diejenigen finden, die sich schon geeinigt haben: Der Bauherr des Gebäudes auf dem Spreedreieck, Harm Müller-Spreer, und das Eisenbahn-Bundesamt. DB Station und Service werde hier „entsprechend unterstützen“, teilte die Bahn mit.

Die Stadtentwicklungsverwaltung, die 2006 dem Abriss des alten Tunnels unter der Bedingung, dass ein neuer gebaut wird, zugestimmt hat, schaut bisher zu. Sie erklärt sich für nicht zuständig.

Nicht ausgeschlossen ist nun, dass der Bauherr, wie bereits am vergangenen Montag, den Tunnel wieder eigenmächtig und ohne Genehmigung öffnen lässt. Wenn die Bahn nichts mitbekommt, ersparen sich umsteigende Fahrgäste lange Wege über schmale Treppen, auf denen es oft kaum ein Vor und Zurück gibt. Ist die Bahn dagegen wieder aufmerksam, wird der kurze Weg erneut versperrt.

So eine Sorgfalt um die Sicherheit hätte er sich von der Bahn auch für die S-Bahn gewünscht, sagt der CDU-Abgeordnete Oliver Friederici. Und wer weiß: Vielleicht lernt man dort jetzt etwas von den Kollegen.

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