Friedrichstraße : Stau, aber kein Chaos

Seit heute ist die Friedrichstraße für fünf Tage wegen Bauarbeiten gesperrt. Viele Autofahrer weichen aus.

Christian Helten
Kein Durchkommen. An der Friedrichstraße stauten sich die Autos. Foto: Paul Zinken
Kein Durchkommen. An der Friedrichstraße stauten sich die Autos. Foto: Paul ZinkenFoto: Paul Zinken

Es gibt kein Durchkommen. Die Friedrichstraße ist an der Kreuzung Unter den Linden vollständig gesperrt. Wo sonst die Autos im Sekundentakt vorbeirauschen, steht jetzt ein Bauarbeiter in einem hüfttiefen Graben. Ein Bagger hebelt einen klobigen Begrenzungsstein aus dem Bürgersteig, weitere Baufahrzeuge stehen am Straßenrand bereit.

Es ist der erste von fünf Tagen, die die Arbeiter wohl benötigen, um die 24 Meter Trinkwasserleitung unter der Friedrichstraße hindurchzuführen. Es handelt sich um Vorbereitungen für den Bau der U-Bahnlinie 5, die den Alexanderplatz mit dem Bahnhof Brandenburger Tor verbinden soll. Momentan verlaufen die Wasserleitungen unter dem Mittelstreifen der Linden und wären dem geplanten U-Bahntunnel im Weg. Die derzeitigen Arbeiten sind ein Vorgeschmack auf 2011, wenn der eigentliche Streckenbau beginnen soll. Dann wird die Friedrichstraße voraussichtlich für mindestens neun Monate gesperrt.

Der Verkehr muss wegen der vielen anderen Baustellen in der Gegend ohnehin schon viele Engstellen passieren: Die parallel zur Friedrichstraße verlaufende Glinkastraße ist in beiden Richtungen nur einspurig befahrbar. Einen Block weiter in der Wilhelmstraße bleibt den Autofahrern nicht mal das: Hier kommen nur Fußgänger und Fahrradfahrer durch.

Am Montag ist das befürchtete Chaos rund um die Friedrichstraße weitgehend ausgeblieben. Vor allem zu den Hauptverkehrszeiten kam es in der Friedrichstraße zwar zu Staus, auch die Glinkastraße war am Nachmittag zeitweise in beiden Richtungen verstopft. Es sei aber wesentlich ruhiger gewesen als erwartet, wie einer der Verkehrspolizisten sagte, die an der Kreuzung Friedrichstraße und Unter den Linden den Verkehr regelten. Die Ampeln dort waren von 9 bis 12 Uhr ausgeschaltet; ein Ampelmast musste wegen der Baustelle abgebaut werden. Zum stundenlangen Stillstand sei es nicht gekommen. Offenbar waren viele Autofahrer über die Sperrung informiert und weiträumig ausgewichen. Oder sie meiden das Zentrum wegen der vielen Baustellen sowieso schon aus Gewohnheit. che

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