Glaubensfragen : Keine religiöse Werbung mehr in Bussen und Bahnen der BVG

Anfang des Jahres durfte die Bürgerinitiative "Pro Reli“ in Bussen und Bahnen Unterschriften für ihr Volksbegehren sammeln und Werbezettel verteilen. "Pro-Reli“-Gegner kritisierten dies als Parteinahme. Künftig will sich die BVG aus solchen Konflikten völlig heraushalten.

Die Berliner Verkehrsbetriebe schaffen klare Verhältnisse. „Ab sofort wird es in unseren Bussen, Bahnen und Bahnhöfen keine weltanschauliche oder religiöse Werbung mehr geben“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Freitag. Dies gelte auch für alle BVG-Plakatierungsflächen und die äußere Gestaltung der Fahrzeuge.

Anfang des Jahres durfte die Bürgerinitiative „Pro Reli“ in Bussen und Bahnen Unterschriften für ihr Volksbegehren sammeln und Werbezettel verteilen. Das Thema sei „von allgemeinem Interesse“, hatte die BVG damals argumentiert. „Pro-Reli“-Gegner kritisierten hingegen, dass dies eine „klare Parteinahme“ sei.

Künftig will sich die BVG aus solchen Konflikten „völlig heraushalten“, wie Sprecherin Petra Reetz sagte. Es sei nicht Aufgabe eines Verkehrsunternehmens „zu entscheiden, wer den richtigen Glauben hat“. Eine „letzte Ausnahme“ soll es aber noch geben: Die organisierten Gegner von „Pro Reli“, die Initiative „Pro Ethik“, darf bis zum Volksentscheid über ein Wahlpflichtfach Ethik/Religion am 26. April in Bussen und Bahnen Werbematerial verteilen.

Dies habe man erlaubt, um „Pro Ethik“ nachträglich gleiche Chancen zu geben wie der von den beiden großen Kirchen unterstützten „Pro Reli“-Initiative.

Im vergangenen Februar hatte die BVG nach dem Streit um ihre Großzügigkeit gegenüber „Pro Reli“ bereits die geplante Kampagne einer atheistischen Gruppe abgelehnt. Diese hatte rund 30 000 Euro gesammelt und wollte vor allem auf Bussen mit dem Slogan werben: „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.“ cs

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