Griechenland : Was der Generalstreik für Reisende aus Berlin bedeutet

In Griechenland wird seit Dienstag für zwei Tage gestreikt. Viele Berliner, die sich auf ihren Urlaub gefreut haben, sind verunsichert. Koffer packen oder nicht? Was meinen Sie? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und diskutieren Sie mit!

von
18./19. Juli 2011: In ganz Griechenland streiken die Taxi-Fahrer für 48 Stunden. Wie hier auf Kreta arten die Proteste vereinzelt in Gewalt aus.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
19.07.2011 10:0718./19. Juli 2011: In ganz Griechenland streiken die Taxi-Fahrer für 48 Stunden. Wie hier auf Kreta arten die Proteste vereinzelt...

Koffer packen, raten die Fluggesellschaften und Reiseveranstalter. Bisher gibt von Berlin aus keine Flugstreichungen, und auch in den nächsten Tagen sieht es nicht danach aus. Der Generalstreik dauert nicht den ganzen Tag, sondern ist für zwei Zeitfenster angesetzt – vormittags von 8 bis 12 Uhr und abends von 18 bis 22 Uhr. Die Airlines haben daraufhin ihre Flüge verschoben, sofern sie von diesen Zeiten betroffen waren.

Am Dienstag galt das an den Berliner Flughäfen nur für einen Flug. Statt um 6:05 Uhr hob die Tuifly-Chartermaschine um 8:40 Uhr in Richtung Korfu ab und landete dort um 12:05 Uhr, also kurz nachdem die Fluglotsen wieder an der Arbeit waren. Alle betroffenen Reisenden seien bereits am Vortag über die Verschiebung telefonisch informiert worden, sagte Tui-Sprecherin Anja Braun am Dienstag.

Es gebe bisher keine Stornierungen aufgrund der Lage in Griechenland. „Das Land ist ja für Touristen sicher, und die meisten fliegen direkt auf die Inseln, dort sind keine Einschränkungen zu erwarten. Wegen eines Streiks geben die Menschen nicht einfach ihren Jahresurlaub auf, auf den sie sich lange gefreut und den sie lange im Voraus gebucht haben.“

Urlauber sollten sich über Demos informieren

Das Auswärtige Amt warnt, dass Urlauber in größeren Städten mit Streiks und Demonstrationen rechnen müssen. In Athen, Thessaloniki und Piräus sei außerdem vermehrt mit Taschendiebstählen zu rechnen. Reisende sollten sich über die aktuelle Lage zu informieren und Demonstrationen meiden.

„Wegen eines Streiks lassen sich die Deutschen nicht vom Reisen abhalten“, sagt auch Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes. Griechenland sei in diesem Jahr sogar noch in der Gunst der Urlauber gestiegen. Nur ein Prozent der Reisenden würden im Sommer Städtereisen planen, der Rest bevorzuge Badeurlaube auf den Inseln, und die seien von Streiks und Protesten nicht betroffen.

Am Dienstag waren von Berlin aus generell kaum Flüge nach Griechenland angesetzt. Außer dem Tui-Flieger gab es noch eine weitere Maschine von Airberlin nach Korfu, die am Morgen planmäßig abhob. Auch zwei Maschinen nach Thessaloniki und Athen fanden ohne Verspätungen statt.

Am Mittwoch wird die Air Berlin-Maschine zur griechischen Insel Kos, die um 6.20 Uhr von Tegel abheben soll, verspätet starten. Die genaue Zeit stehe noch nicht fest, teilte Air Berlin mit. Flüge nach Griechenland an diesem Mittwoch haben unter anderem auch Condor und Germania geplant. Ein Germania-Flug nach Heraklion wird am Nachmittag mit zwei Stunden Verspätung abheben, teilte ein Sprecher mit. Die Veranstalter raten, sich im Internet oder bei den Reisebüros über die genauen Zeiten und eventuelle Verschiebungen zu informieren. Darüber hinaus würden sie ihre Kunden telefonisch, per E-Mail oder SMS kontaktieren.

Bei großen Verspätungen sind Airlines in der Pflicht

"Die Gäste reagieren verständnisvoll, meistens können sie dann einfach etwas länger im Hotel oder zu Hause bleiben“, sagt Nina Kreke, Sprecherin von Neckermann und Thomas Cook. Falls doch Kunden zu früh zum Flughafen kämen, würden diese mit Getränken versorgt.

Dazu seien die Veranstalter und Fluggesellschaften auch verpflichtet, sagt Eva Klaar von der Berliner Verbraucherzentrale. Bei Verspätungen seien ab der zweiten Stunde Versorgungsleistungen vorgeschrieben. Findet der Flug erst am nächsten Tag statt, hätten Kunden auch das Recht, sich eine Hotelübernachtung erstatten zu lassen. Klaar rät allen Reisenden, sich bei Ansprüchen und Ersatzleistungen immer an denjenigen zu wenden, mit dem man den Vertrag geschlossen habe – also entweder an die Flugesellschafter oder den Pauschalreise-Anbieter. Dasselbe gelte, falls in Griechenland wegen des Streiks die geplante Fähre ausfalle. Habe man direkt bei einer Fährgesellschaft vor Ort gebucht, seien diese der richtige Ansprechpartner, um sich das Geld zurückerstatten zu lassen.

Die Fluggesellschaft Easyjet bietet ihren Passagieren im Falle von tatsächlichen Flugausfällen kostenlose Umbuchungen an, außerdem gebe es dann die Möglichkeit, sich den Ticketpreis online erstatten zu lassen. Bei Easyjet drohen außerdem ab Montag weitere Flugausfälle aufgrund eines möglichen Streiks von Verdi. Auch in diesem Fall wolle man die Kunden kontaktieren und auf der Website aktuelle Änderungen ankündigen.

Und was meinen Sie, liebe Leser? Beeinflusst die Lage in Griechenland Ihre Urlaubsplanung? Oder sind Sie von Flugverspätungen oder Ausfällen betroffen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und diskutieren Sie mit! Nutzen Sie dazu die einfach zu bedienende Kommentarfunktion etwas weiter unten auf der Seite.

6 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben