Info-Chaos in der U 2 : BVG führt Fahrgäste in die Irre

Außergewöhnlich volle Straßen und ein Informationsdesaster beim Ersatzverkehr der BVG für die Linie U 2: Die Woche hat am Montag für Autofahrer und BVG-Fahrgäste gleichermaßen schlecht begonnen.

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Tür zu. Viele standen ratlos am U-Bahnhof oder baten um Rat bei der BVG-Info-Telefonnummer: 19 449. 
Tür zu. Viele standen ratlos am U-Bahnhof oder baten um Rat bei der BVG-Info-Telefonnummer: 19 449. Foto: Doris S.-Klaas

Während man in der Verkehrs-Informationszentrale (VIZ) nur rätseln konnte, warum die Straßen so verstopft waren, gab’s bei der BVG oft keine oder falsche Informationen.

Fast im gesamten Stadtgebiet sei der Verkehr außergewöhnlich dicht gewesen, sagte ein VIZ-Sprecher. Eine Erklärung dafür hatte er nicht. Zusätzliche Baustellen habe es nicht gegeben, und auch das Wetter war normal. Vielleicht haben aber auch einige BVG-Kunden zum Stau beigetragen, die vorsichtshalber aufs Auto umgestiegen waren, um den Umsteigestress auf der U 2 zu meiden.

Seit Mai war die Strecke zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck unterbrochen. Am Montag früh wurde die Sperrung um den Abschnitt Gleisdreieck–Potsdamer Platz erweitert. Während Fahrgäste bisher im Bahnhof Gleisdreieck zwischen den Zügen der Linien U 12 und U 2 direkt umsteigen konnten, müssen sie jetzt am Nollendorfplatz und am Potsdamer Platz jeweils in Busse des Ersatzverkehrs wechseln, die anschließend oft im Stau stehen. Auffallend viele Fahrgäste landeten aber weiter im Bahnhof Gleisdreieck und wollten dort ihre Fahrt fortsetzen. Die Ersatzbusse fahren aber nicht zu diesem Bahnhof, und auch die Station Mendelssohn-Bartholdy-Park wird nicht angesteuert. Am Gleisdreieck fehlt wegen der noch nicht abgeschlossenen Bauarbeiten der Platz für Busse.

Zumindest in einigen Zügen der U 2 gab es trotzdem unverdrossen die – automatische – Ansage, dass der Anschluss nach Pankow durch Umsteigen im Bahnhof Gleisdreieck möglich sei. Vor und im Bahnhof Nollendorfplatz war dagegen häufig kein Hinweis zu hören, dass hier der Umstieg in die Busse Richtung Potsdamer Platz erforderlich ist. Und gab’s doch mal Durchsagen, waren sie meist kaum zu verstehen. Zwar ist es bereits 1969 gelungen, einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen, beim Konstruieren eines vernünftigen Lautsprechers in einer U-Bahn der BVG scheint man aber bis heute nicht weitergekommen zu sein.

Vom Fahrer eines Zuges gab’s im Bahnhof Gleisdreieck allerdings eine ganz verständliche Durchsage – allerdings erst, als die meisten Fahrgäste wie gewohnt den Zug bereits verlassen hatten. Die beiden BVG-Mitarbeiter, die auf dem Bahnsteig der U 2 standen, von dem bisher die Züge Richtung Potsdamer Platz gefahren waren, mussten fast pausenlos überraschten Fahrgästen Tipps geben. Hinweisschilder gibt es auch; meist kleben sie klein und unauffällig irgendwo an einer Wand.

Immerhin war trotzdem am Bahnhof Nollendorfplatz der Weg zur Bushaltestelle einigermaßen leicht zu finden, am Potsdamer Platz schickt die BVG die Umsteiger dagegen auf einen mehrere hundert Meter langen Weg entlang der Leipziger Straße, obwohl der Bus an der Stresemannstraße fast gegenüber vom dortigen U-Bahn-Ausgang abfährt. Allerdings befindet sich der Ausgang auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Die BVG hält ihre Organisation des Ersatzverkehrs für gelungen. Er dauert auch nur noch bis Freitag früh. Dann fahren die Züge der U 2 wieder von Pankow nach Ruhleben. Aber die nächste Sperrung kommt 2012.

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