Invalidenstraße : Kläger bremsen Tram aus - vor fünf Jahren

Der Bau der Straßenbahn von der Chausseestraße über die Invalidenstraße zum 2006 eröffneten Hauptbahnhof könnte sich wegen Klagen um weitere Jahre verzögern. Anwohner und der Naturschutzbund BUND fürchteten drastische Lärmbelastung. Was Klaus Kurpjuweit vor fünf Jahren darüber schrieb.

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Weil mit dem Legen der Gleise nach den Senatsplänen auch ein Ausbau der Invalidenstraße für den Autoverkehr vorgesehen ist, klagen zwei Anwohner und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen das Senatsprojekt. Sollte sich die Klage durch alle Instanzen bis zum Bundesverwaltungsgericht ziehen, würden Jahre vergehen, sagte am Donnerstag Klägeranwalt Karsten Sommer. Der Senat will nächstes Jahr mit dem Bau starten.

Hätte sich die Verkehrsverwaltung auf einen BUND-Vorschlag eingelassen, wäre auf eine Klage verzichtet worden, sagte Anwohnervertreter Bruck Kimmerle. Da der Senat den Verkehr von der Bernauer Straße über die Julie-Wolfthorn-Straße und die Caroline-Michaelis-Straße zur Invalidenstraße leiten will, befürchten Anwohner dort eine drastische Zunahme des Lärms und der Schadstoffe, wobei die Grenzwerte schon heute überschritten würden.

Als Alternative hat der BUND vorgeschlagen, den Ost-West-Verkehr zweispurig über die Zinnowitzer Straße zur Chausseestraße zu führen. An der Zinnowitzer Straße gebe es keine Wohnungen, sagte BUND-Sprecher Martin Schlegel. Auf der Invalidenstraße solle es nur drei statt vier Fahrspuren geben – zwei Richtung Osten und eine gen Westen. Dann bliebe auch die Tram nicht im Stau stecken.

Diese Variante habe der Senat aber abgelehnt, weil er befürchte, die Chausseestraße könne den zusätzlichen Verkehr nicht aufnehmen. Hier kontert Schlegel, dass der Nord-Süd-Durchgangsverkehr bereits in Wedding Richtung Tiergartentunnel geleitet werden könne. Vom Senat gab es gestern keine Stellungnahme.

Die erste Runde beim Straßenausbau hat der Senat bereits verloren. 2004 musste er den Ausbau der Caroline-Michaelis-Straße stoppen, weil es dafür keine Genehmigung gab. Seither endet die breite Straße unmittelbar vor der Invalidenstraße und wird als Parkplatz genutzt. Klaus Kurpjuweit

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren".

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