Verkehr : Letzter Aufruf

Noch 7 Tage bis zur Schließung des Flughafens Abschiedparty wird von Protestdemo begleitet

Rainer W. During

Die umstrittene Fete der Betreibergesellschaft bleibt am 30. Oktober die einzige Abschiedsparty zur Einstellung des Flugbetriebs am Flughafen Tempelhof. Nachdem der Senat die auch von CDU und FDP geforderte, öffentliche Veranstaltung abgelehnt hat, planen auch die Schließungsgegner keine eigene Trauerfeier. Dagegen haben Tempelhof-Befürworter zu einer Demonstration vor der am Donnerstagabend für das Publikum gesperrten Haupthalle aufgerufen.

An der Schließungsparty der Flughafengesellschaft, die um 20 Uhr beginnt, werden 800 geladene Gäste teilnehmen, darunter auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der alle Bemühungen für einen privatwirtschaftlich organisierten Weiterbetrieb des City-Airports abgelehnt hatte. Es gibt ein Programm rund um die Geschichte des Airports. Um 21.50 Uhr hebt eine Maschine der Cirrus Airlines zum längst ausgebuchten, letzten Linienflug nach Mannheim ab. Nach dem offiziellen Schließungsakt kurz vor Mitternacht werden die nach dem Flughafen benannte Ju 52 der Lufthansa Berlin-Stiftung und der Rosinenbomber vom Air Service Berlin als letzte Maschinen Richtung Schönefeld starten.

Das von mehreren Bürgern gegründete Aktionsbündnis „Be-4-Tempelhof“ hat ab 18 Uhr zur Teilnahme an einer Protestdemonstration mit Lichterkette am Platz der Luftbrücke aufgerufen. Daran wollen sich zahlreiche Freunde des Zentralflughafens beteiligen. Die geplante VIP-Party der „Totengräber des Flughafens Tempelhof“ sei „eine besondere Frechheit, Geschmacklosigkeit, Taktlosigkeit und Pietätlosigkeit“, sagte Mitinitiator Michael Paul. „Be-4-Tempelhof“ hat ein neues Bürgerbegehren auf Bezirksebene gestartet, wonach der Flughafen zum Weltkulturerbe erklärt und weiter für Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflüge genutzt werden soll.

Die Fachinformation „Das Thema Tempelhof“ hat Wowereit unter Hinweis auf die prominenten Tempelhof-Befürworter von Udo Lindenberg bis Richard von Weizsäcker erneut aufgefordert, den City-Airport mindestens bis zur Inbetriebnahme des neuen Flughafens BBI in Schönefeld offen zu lassen. Herausgeber Wolfgang Przewieslik klagt als Anwohner ebenso wie die mit ihrem Bürgerbegehren knapp gescheiterte „Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof“ gegen die Entwidmung des Geländes als Flughafen. Das Oberverwaltungsgericht hat die Verhandlung jetzt auf den 17. Dezember terminiert. Rainer W. During

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