Live-Blog zum Nachlesen : Stromausfall bei der S-Bahn: So verlief der Chaos-Tag
15.12.2011 22:21 UhrKein Schnee und trotzdem fährt nichts
17:01: Unsere Leser haben uns ihre Anekdoten geschickt, wie sie das S-Bahn-Chaos erlebt haben. Einige haben vier Stunden gebraucht - für acht S-Bahn-Stationen. Andere erlebten spontane Fahrgemeinschaften und andere entdeckten den Spaziergang wieder. Lesen Sie hier mehr dazu. Wenn Sie selbst auch noch Erlebnisse hatten, die Sie loswerden möchten, dann an folgende Mail-Adresse: leserbilder@tagesspiegel.de.
16:45: Die Fahrgäste sind sauer, stundenlanger Totalausfall und das ganz ohne Schnee. Aber auch die SPD verlangt Aufklärung. Die Bahn müsse sich fragen lassen, ob im Falle eines Stromausfalls nicht weitere Sicherungssysteme eingerichtet werden können. Außerdem werde die SPD "mit Sicherheit genau hinsehen, ob dieser Zusammenbruch des S-Bahn-Verkehrs ein Beleg dafür ist, dass die Bahn mit dem Betrieb der S-Bahn in der Hauptstadt überfordert ist", erklärte der verkehrspolitische SPD-Sprecher Ole Kreins.
16:25: Nachdem erst bei der S-Bahn gar nichts ging, nun nur mit Einschränkungen, geht es auf den Straßen weiter. Auf den Stadtautobahnen stauen sich die Autos.
15:58: Gute drei Stunden ging bei der Berliner S-Bahn gar nichts. Jetzt rollt der Verkehr wieder an. Aber rund läuft es noch nicht. Immer wieder muss mit Einschränkungen und Verspätungen gerechnet werden.
15:40: Die Bahn erklärt nun: "Die Berliner S-Bahn nimmt den Verkehr im gesamten Streckennetz ab sofort wieder auf. Auf der Berliner Stadtbahn fahren die Züge der Linien S5, S7 und S75 wieder zu ihren regulären Endpunkten Spandau, Potsdam Hauptbahnhof und Westkreuz. Auch der Verkehr auf den Linien S1, S2 und S25 durch den Nord-Süd-Tunnel hat begonnen. Für die Wiederinbetriebnahme der Ringbahnlinien S41 / S42 und die dort fahrenden Zubringerlinien S45, S46, S47, S8 und S9 laufen die Vorbereitungen."
15:26: Im U-Bahnhof Friedrichstraße laufen die Durchsagen. Dort heißt es, dass die Störung bei der S-Bahn beendet sei, aber das man noch mit Verspätungen und Einschränkungen rechnen müsse.
15:15: Am S-Bahnhof Alexanderplatz kommen die Züge wieder an und fahren auch wieder weg. Der Betrieb rollt also wieder an. Sichtbare Informationen dazu, wie es vorangeht gibt es aber nicht. Man muss schon fragen und bekommt dann gesagt: Man könne es mit der S-Bahn probieren zum gewünschten Ziel. "Aber planen sie viel Zeit ein."
15:05: Auch auf Twitter findet der Komplett-Ausfall der S-Bahn regen Anklang. Einige sind verwundert, dass die Bahn überhaupt mal gefahren ist, andere wie julianreischl fragen: "Wenn die Berliner S-Bahn durch einen Stromausfall in einem einzigen Stellwerk lahmgelegt werden kann: Wie kam Berlin über den Kalten Krieg?"
14:50: Allmählich rollt der Verkehr wieder. Aber bis zuletzt gab es immer wieder Unterbrechungen, weil noch Menschen auf den Gleisen unterwegs waren. Und auch für den Berufsverkehr sieht es nicht viel besser aus. Die Auswirkungen werden deutlich zu spüren sein. „Die Normalisierung des S-Bahn-Betriebes dauert sicher bis in die Abendstunden. Wir gehen davon aus, dass wir die Hauptlast des ÖPNV noch bis zum Abend tragen“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.
14:35: Genaue Hintergründe, wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte, sind unklar. Aber so viel weiß man: Zu dem Stromausfall kam es durch Bauarbeiten auf dem
Gelände des elektronischen Stellwerks in Berlin-Halensee. Fremdeinwirken schließt die Bundespolizei aus. Vielmehr habe eine von der Bahn mit den Bauarbeiten beauftragte Fremdfirma die Panne in dem Stellwerk ausgelöst.
14:30, Ostkreuz. Einige, die den Bahnsteig betreten, bekommen es jetzt erst mit - dass nichts mehr geht. "Wartet man oder wartet man nicht?", fragt ein kleiner, älterer Mann im Vorbeigehen. Die meisten haben diese Frage für sich schon beantwortet: Sie ziehen ab zu den Bushaltestellen, wo die Leute traubenweise warten. Ob sie die Hoffnung in die S-Bahn so langsam aufgeben? "Nee, noch nicht", sagt Roland Horn, "Auch andernorts funktionieren die Dinge mal nicht - alles wird nie funktionieren." Auf die Häufigkeit der Störungen würde Studentin Marie Donau hingegen gerne verzichten. "Jetzt verpass' ich schon zum zweiten Mal in dieser Woche wegen der S-Bahn die Vorlesungen." Sie muss zum Campus nach Dahlem , und als sie erzählt, wie sie jetzt dort hinausfahren könnte - Minimum dreimal Umsteigen - fällt ihr auf, dass wahrscheinlich schon Abend ist, wenn sie dort ankäme.
14:23: Sie sind auch unterwegs oder haben es mittlerweile an ihr Ziel geschafft? Dann schicken Sie uns ihre Erlebnisse, aber auch ihre Fotos oder Videos, die sie unterwegs gemacht haben. Am besten an: leserbilder@tagesspiegel.de
14:18: Ein Blick nach Spandau: In der Bahnhofshalle gibt es keine Hinweise. Die Leute gehen auf die Bahnsteige. Da steht: Bitte Ansage beachten. Die Leute wissen nicht so recht, was sie machen sollen - sie steigen in die S 5 ein und wieder aus. Ab und zu gibt es Durchsagen: Wegen eines Komplettausfalls der elektronischen Stellwerke ist auf absehbare Zeit kein S-Bahnbetrieb möglich. Der Zugführer hat einer Frau auf Liniennetzplan U-Bahn-Verbindungen gezeigt. Noch eine andere Mitarbeiterin gibt Hinweise, aber mehr nicht. Leute sind mürrisch, schütteln mit dem Kopf. Auf dem U-Bahnhof Spandau herrscht normaler Betrieb – nicht überfüllt. Da läuft Hinweis der BVG auf S-Bahn-Ausfall, die informiert die Leute besser. Dortige Grundangabe: Rechnerstörung.







































