Nach Pfingsten : Bodenpersonal an Flughäfen will streiken

Wegen Streiks beim Bodenpersonal müssen sich Passagiere an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld nach Pfingsten auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen.

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Der Streik des Bodenpersonals an den Flughäfen Schönefeld und Tegel ist zumindest für die Pfingstfeiertage von Tisch. Zwar konnten sich die Tarifparteien am Freitag nicht einigen, doch will man den Reiseverkehr jetzt nicht behindern. Arbeitskampfmaßnahmen für die Zeit nach den Feiertagen werden derweil vorbereitet, sagte Michael Walter von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in einer Pause der Sitzung der Tarifkommission am Abend. Es finden jetzt weitere Gespräche statt, man hoffe auf Einigung.

Hauptforderung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist die Integration der Niedriglohn-Tochter GSI in die Muttergesellschaft Globe Ground Berlin. Deren Geschäftsleitung macht das von einem neuen Gesamttarifvertrag abhängig, über den sie erst verhandeln will, wenn die Arbeitsbedingungen am künftigen Flughafen BBI feststehen. Ohne die Zusage der Eingliederung sei ein Streik „sehr wahrscheinlich“, sagte Gewerkschaftssekretär Michael Walter vor der Gesprächsrunde. Die übliche Vorwarnzeit für Passagiere und Fluggesellschaften in solchen Fällen betrage sechs bis 24 Stunden, so Walter.

Die GSI beschäftigt derzeit rund 500 der 1800 Mitarbeiter der Gruppe. Für sie gibt es nur tariflose Teilzeitarbeitsverträge mit einem Brutto-Einstiegslohn von 8,60 Euro pro Stunde. Bisher 200 ehemalige GSI-Beschäftigte wurden nach 42 Monaten zu sogenannten integrierten Beschäftigten von Globe Ground – mit besserer Regelung der freien Tage, aber weiterhin ohne Aufstiegsmöglichkeit. Viele Mitarbeiter müssten Nacht- und Feiertagsschichten machen, um auf mehr als 1000 Euro brutto im Monat zu kommen, würden zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beziehen, schildern Betroffene. Andere würden nebenbei in Supermärkten oder Autowaschanlagen jobben. Rainer W. During

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