Nachnutzungskonzept für Tempelhof : Pflüger: "Berlin braucht keine neuen Seen"

Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer erntet Kritik für die Unterstützung der Idee, den ehemals Schlangenpfuhl genannten See auf dem Tempelhofer Flugfeld wieder auferstehen zu lassen. CDU und Grüne lehnen das Projekt ab.

Holger Melas
Schlangenpfuhl
Badesee im Herzen des Flugfelds. Die Fraktion der Grünen möchte den natürlichen Lebensraum im Inneren des Geländes erhalten. -Bild: berliner-stadtplan24.com - Montage: Jens Jeske

BerlinDie zukünftige Nutzung des Flughafen Tempelhofs bleibt umstritten. Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, hatte in einer Pressekonferenz am Donnerstag die Ergebnisse der ersten Phase des Online-Dialogs zur Nachnutzung des Flughafens Tempelhof vorgestellt. Unter mehr als 900 eingesandten Ideen befürwortete sie ausdrücklich das Badesee-Projekt mit einer umgebenden Ökosiedlung.

"Berlin braucht keine neuen Seen, sondern vor allem Investitionen und Arbeitsplätze", kritsiert der Berliner CDU-Chef Friedbert Pflüger den von der Senatorin favorisierten Vorschlag zur Nachnutzung des Areals. "Wie die überwältigende Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner glaube ich an Tempelhof als City-Airport und Wachstumsmotor", äußerte sich Pflüger gegenüber tagesspiegel.de.

Grüne wollen natürlichen Lebensraum schützen

Auch die Fraktion von Bündnis90/Grüne können sich mit einem Naturfreibad und anliegender Solarenergie-Siedlung nicht anfreunden. "Wir lehnen eine Bebauung des Innenrings grundsätzlich ab", sagte Irmgard Franke-Dressler laut Medienberichten. Da es dort trotz des jahrzehntelangen Flugbetriebs eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt gebe, böte Tempelhof besonders gefährdeten Vögeln, Bienen und Wespenarten einen Lebensraum.

"Der Flughafen Tempelhof ist ein emotionales Thema. Berlinerinnen und Berliner diskutieren die weitere Nutzung des riesigen Geländes mit viel Herzblut", weiß die Senatorin. Daher sind die Hauptstädter nun auf die zweite Online-Phase (5. Oktober 2007) gespannt, an deren Ende die "Ideen-Börse" beginnt. Ab dem 6. Oktober soll es dann mit einer intensiven Online-Diskussion weitergehen. Natürlich mit viel Berliner Herzblut.

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