Nachverhandlungen : Senat bessert Vertrag mit S-Bahn nach

Das Land Berlin wird dem Vernehmen nach bei Verspätungen, Pannen und Zugausfällen mehr Druck auf die Bahn ausüben können. Das Ergebnis der Verhandlungen wird am Mittwoch offiziell vorgestellt.

Die Nachverhandlungen des S-Bahn-Vertrages zwischen der Bahn AG und Berlin sind gut für das Land Berlin verlaufen. Dies ist aus Verhandlungskreisen zu hören. Zwar wird das Ergebnis erst am Mittwoch von Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer vorgestellt. Dem Vernehmen nach wird aber das Land in Zukunft im Fall von Verspätungen, Pannen und Zugausfällen erheblich mehr Druck auf die Bahn ausüben können als bisher: Die Vertragsstrafen für solche Fälle werden verdreifacht. Außerdem übt der Senat mehr Einfluss auf die Qualitätskontrolle aus, die bisher allein der S-Bahn unterlag.

Der Senat wollte sich vorab nicht dazu äußern. Aus S-Bahn-Kreisen ist zu hören, dass die höheren Strafen die Bahn dazu zwingen, die Einhaltung der Verträge und die Wartung der Züge viel ernster zu nehmen als bisher: „Die werden diszipliniert“, sagt einer, der nicht genannt werden will. Verhandelt wurde auch die Länge der Züge, etwa auf dem S-Bahn- Ring. Dort fahren bisher Züge mit sechs Wagen, der Senat fordert acht. Kompromissbereit zeigte sich die Bahn bei der Anbindung des neuen Großflughafens in Schönefeld. Die „Nordanbindung“ über die S 9 von Wedding zum Hauptbahnhof soll „kostenneutral“ bis zum BBI verlängert werden. Insgesamt soll die S-Bahn durch die Änderungen im Vertrag pro Jahr rund eine Million Kilometer mehr fahren als bisher, ohne dass dem Land dadurch zusätzliche Kosten entstünden. Zwar soll die Bahn verlangt haben, dass ihr Anteil an den Geldern aus dem gemeinsamen Geldtopf für den Öffentlichen Personennahverkehr in Berlin erhöht werde. Doch damit soll sie sich nicht durchgesetzt haben. Auch die Befragung der Passagiere zur Qualität der S-Bahn soll sie nicht mehr in Eigenregie in Auftrag geben. ball

1 Kommentar

Neuester Kommentar