Nahverkehr : Die S-Bahn fährt öfter nach Teltow

Die Züge der S-Bahn zwischen Teltow und Berlin über Lichterfelde Süd rollen bald alle zehn statt alle 20 Minuten. Eine Verlängerung der Strecke nach Wannsee ist ungewiss.

Klaus Kurpjuweit
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Teltow - Noch ist die S-Bahn in und um Teltow nicht auf Touren gekommen — und trotzdem gibt es weiter Pläne, zusätzliche Strecken zu bauen. Zunächst kommt aber der kleine Schritt: Um die bestehende Verbindung zwischen Teltow und Berlin über Lichterfelde Süd attraktiver zu machen, fahren die Züge dort vom Sommer an alle zehn statt nur alle 20 Minuten. Ob Wünsche nach weiteren Strecken erfüllt werden, ist dagegen völlig ungewiss.

Die zusätzlichen Fahrten hat Brandenburg bei der S-Bahn bestellt. Das Land finanziert den Mehrverkehr auf der eingleisigen Strecke. Damit hofft man, auch mehr Fahrgäste gewinnen zu können. Die Prognosen bei der im Februar 2005 eröffneten Verbindung vom neuen Bahnhof Teltow Stadt Richtung Berlin haben sich bisher nicht erfüllt. Optimisten hatten mittelfristig mit etwa 10 000 Fahrgästen pro Tag gerechnet; derzeit sind es nach Angaben der S-Bahn nur 3500.

Mit dem Zehn-Minuten-Verkehr werktags zwischen 5 Uhr und 19 Uhr, sonnabends zwischen 8 Uhr und 19 Uhr und sonntags von 11 Uhr bis 19 Uhr sollen es nun wenigstens 4000 Fahrgäste täglich werden. Von der Zahl der Fahrgäste hinge es dann ab, ob das Angebot auf Dauer erhalten bleibe, erklärte Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD). Der Zehn-Minuten-Verkehr endet bisher auf Berliner Gebiet am Bahnhof Lichterfelde Süd.

Ungewiss bleibt, ob die Züge eines Tages von Teltow Stadt weiter über Stahnsdorf und Dreilinden bis nach Wannsee fahren werden. Seit den 30er Jahren wird die Trasse für den Bau einer solchen Verbindung freigehalten; doch nun will die Bahn die für sie bisher wertlosen Grundstücke verkaufen.

Von Wannsee nach Stahnsdorf fuhren bereits ab 1913 Züge zum Südwestkirchhof; 1928 wurde der elektrische Betrieb auf der sogenannten Friedhofsbahn aufgenommen. Sie wurde mit dem Mauerbau im Jahre 1961 stillgelegt; die Gleise sind bisauf kümmerliche Reste längst abgebaut.

Aufs Abstellgleis geraten ist auch der Wiederaufbau der Stammbahn von Griebnitzsee über Kleinmachnow nach Berlin. Hier fuhr 1838 die erste preußische Eisenbahn zwischen Berlin und Potsdam. Unwirtschaftlich wäre der Verkehr mit Regionalzügen dort heute, hat eine Studie ergeben. Von falschen Voraussetzungen seien die Gutachter ausgegangen, entgegnen Kritiker. Würden statt Regionalzügen S-Bahnen fahren, wäre der Wiederaufbau erheblich billiger, sind die Befürworter dieser Strecke überzeugt. Von Zehlendorf nach Düppel fuhr die S-Bahn sogar noch bis 1980.

Auf der Wunschliste steht zudem der Bau einer Straßenbahnstrecke von Teltow über Stahnsdorf nach Potsdam mit Anschluss ans dortige Netz. Sollte in Berlin eine Straßenbahn über die Potsdamer Straße, die Hauptstraße und die Schlossstraße bis Steglitz gebaut werden, könnte bei Bedarf auch eine Verlängerung bis Teltow erfolgen. Mehr als eine Vision ist dies bisher allerdings nicht. So bleibt zunächst lediglich der Zehn-Minuten-Verkehr auf der bestehenden Strecke. Immerhin ein Anfang. 

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