Nahverkehr : Wieder brannte ein Bus der BVG

Der Fahrer konnte das Feuer bei der Betriebsfahrt löschen. Die BVG prüft den Einbau von automatischen Löschanlagen.

Erneut ist bei der BVG ein Bus in Brand geraten. Bei einer Betriebsfahrt ohne Fahrgäste brach am Freitag früh im Motorraum eines Gelenkbusses das Feuer aus. Der Fahrer stoppte das Fahrzeug in der Charlottenburger Bismarckstraße und löschte die Flammen mit dem bordeigenen Feuerlöscher. Die von der Leitstelle der BVG um 4.47 Uhr alarmierte Feuerwehr musste nicht mehr eingreifen, sie kontrollierte das Fahrzeugheck nur noch auf verborgene Brandnester. Verletzt wurde niemand.

Betroffen war ein Gelenkbus des polnischen Herstellers Solaris. Als Ursache sei ein verstopfter Rußpartikelfilter wahrscheinlich, hieß es. Am Montag soll der Wagen zur Klärung in einer Werkstatt begutachtet werden. Zuletzt war im Dezember ein Solaris-Bus am Schöneberger Prellerweg mit 100 Fahrgästen an Bord in Brand geraten, ebenfalls durch einen verstopften Filter. Auch dieses Feuer endete glimpflich.

Zuvor waren mehrere Fahrzeuge des Mercedes-Modells „Citaro“ teilweise total ausgebrannt. Vorsorglich hat der Hersteller bereits Kraftstoffschläuche bei den Fahrzeugen ausgetauscht, die sich als anfällig herausgestellt hatten. Nach Angaben einer BVG-Sprecherin prüft das Unternehmen auch den nachträglichen Einbau von automatischen Feuerlöschanlagen in den Motorräumen. Diese Anlagen können Flammen mit Schaum einfach ersticken. Für die knapp 100 Fahrzeuge vom Typ Citaro würde das etwa 6000 Euro pro Wagen kosten. Nachdem zuletzt nun zwei Solaris-Busse betroffen waren, wird überlegt, dieses Programm auf diese auszudehnen. Wer die Kosten tragen soll, ist unklar. In Schweden ist bei Neufahrzeugen seit 2004 eine automatische Löschanlage bereits Pflicht. Mehrere Hersteller bieten Anlagen an, die entweder mit Schaum oder mit Wassernebel funktionieren.

Nach BVG-Angaben haben die Anlagen jedoch den Nachteil, dass es bei sehr heißem Sommerwetter Fehlalarme geben kann. Die Reinigung eines Motorenraums von Schaum sei letztlich aber günstiger als ein Totalschaden durch Feuer. Zudem seien Fotos von vollständig ausgebrannten Bussen keine gute Werbung, hieß es im Unternehmen. Ein neuer Bus kostet mindestens 200 000 Euro. Ha

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