Nahverkehrs-Chaos : S-Bahn: Das Schlimmste kommt noch

UPDATE Seit mehr als zwei Wochen herrscht Chaos in Berlin – und das Schlimmste steht den Fahrgästen noch bevor. Grund: Die Sicherheitsauflagen für die S-Bahn wurden am Donnerstag verschärft.

Klaus Kurpjuweit
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Warten. Im schlimmsten Fall müssen Fahrgäste 40 Minuten am Bahnsteig stehen. -Foto: dpa

Linien, vor allem in der Innenstadt, könnten sogar ganz eingestellt werden, auf anderen ist nicht ausgeschlossen, dass Fahrgäste bis zu 40 Minuten auf eine Bahn warten müssen. Auf Strecken ins Umland soll weiter gefahren werden, weil dort ein Ersatz mit Bussen kaum möglich wäre. Im Zentrum könne man dagegen auch auf die BVG ausweichen.

Der neue S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner bestätigte am Mittwoch auf einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses des Parlaments, dass „der Boden des Fasses“ noch nicht erreicht sei. Derzeit fährt die S-Bahn bereits nach einem Notfahrplan mit einem Zugabstand von 20 Minuten auf den meisten Linien. Zwei Linien sind gestrichen, Normalbetrieb gibt es nur noch auf dem Ring.

Grund für die weitere Verschlechterung der Situation ist die Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), die Sicherheitsauflagen für die Berliner S-Bahn zu verschärfen.  Nach Angaben des EBA müssen die Vorderachsräder sämtlicher Züge der wichtigsten Baureihe 481/482, die 650.000 Kilometer Laufleistung hinter sich haben, bis zum 10. August ausgetauscht werden. Das betrifft fast alle Züge. 

Nach dem Bruch eines Rades am 1. Mai war ermittelt worden, dass die Räder schneller verschleißen, als angenommen worden war. Deshalb wurde festgelegt, sie schneller auszuwechseln.

Inzwischen ist die S-Bahn dabei, weitere Regionalfahrzeuge aus dem Bundesgebiet nach Berlin zu bringen. Auf Strecken parallel zu S-Bahn-Gleisen sollen zusätzliche Züge eingesetzt werden, wie es seit Montag bereits zwischen Potsdam und Berlin-Ostbahnhof praktiziert wird. Auch die BVG werde bei Bedarf ihr Angebot verstärken, kündigte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) an. Zunächst gilt bei der BVG seit Mittwoch aber der Ferienfahrplan mit einem reduzierten Angebot. Zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August erwartet der Senat ein ausreichendes Angebot bei den Fahrten zum Olympiastadion.

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