Neue Nutzung : Erstes Konzert auf Flugfeld in Tempelhof

Das Flugfeld Tempelhof wird in diesem Sommer erstmals zur Festivalbühne. Wo früher die Maschinen aufgetankt werden, findet am 7. und 8. August das „Berlin-Festival 2009“ statt. Das gaben am Mittwoch die Veranstalter bekannt, die mit 10 000 Fans unter dem Vordach des ehemaligen Flughafens rechnen.

André Görke

Zu den Organisatoren gehört Matthias Hörstmann: Er ist Chef des Indie-Festivals „Melt!“ im ehemaligen Tagebau bei Dessau, das im vorigen Jahr 20 000 Fans anlockte und wo Stars wie Franz Ferdinand und Björk spielten. Zudem ist Hörstmann Chef des Labels „Intro“, das seit Jahren Partys in der Maria am Ufer veranstaltet. Er ist auch Herausgeber des Fußballmagazins „11 Freunde“, das in Friedrichshain seine Zentrale hat.

Das Melt-Team soll die bisherigen Macher des Berlin-Festivals verstärken. Zuletzt fand deren Veranstaltung 2007 am ehemaligen Poststadion in Moabit statt, wo tausende Liebhaber der Indie-Musik feierten. Zu den Stargästen gehörten damals Bands wie Tocotronic und Peaches; in diesem Jahr haben bereits Bands wie Deichkind („Yippie Yippie Yeah“) oder Bonaparte („Anti! Anti!“) zugesagt. Weitere Bands und DJs sollen in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.

Hörstmann teilte mit, dass er sich freue, „mit dem historischen Flughafen Tempelhof nunmehr die perfekte Kulisse für ein modernes und identitätsstiftendes Open-Air gefunden zu haben“. Bisher gibt es kein vergleichbar großes Freiluftfestival in der Stadt; das „Berlinova“ war das letzte große Festival in der Region – südlich Berlins gelegen – , musste aber aufgeben. Auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof sollen nun zwei Bühnen errichtet werden, zudem wird es eine Partylocation geben, wo nachts getanzt werden kann. 2007 wurde im Tape-Club an der Heidestraße in Moabit gefeiert; besonders aus Großbritannien waren viele Fans zum Berlin-Festival angereist.

Konzerte, Pyroshows, Reitturniere, Marathon- und Modemessen – damit ist im Jahr eins nach der Schließung einiges los auf dem Traditionsflughafen. Im Frühjahr wurde um das Gebäude samt Vorfeld für 200 000 Euro ein Sicherheitszaun gezogen.

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