Neue U-Bahnzüge : Edelstahl statt Sonnengelb im Untergrund

Die BVG hat für vier U-Bahnlinien über hundert neue Wagen bestellt. Die Hersteller sollen auch Vorschläge dazu machen, wie die neuen Züge aussehen sollen. Im Gespräch ist unter anderem ein Edelstahl-Design.

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Schau an. Die ist ja silber. Auf der U2 wird ein möglicher neuer Look bereits an zwei Zügen getestet.
Schau an. Die ist ja silber. Auf der U2 wird ein möglicher neuer Look bereits an zwei Zügen getestet.Foto: Thilo Rückeis

Sie waren auch schon rot; weiß hätten sie Mitte der 90er Jahre werden sollen – und nun versucht es die BVG mit einem „Edelstahllook“, der das bisherige Sonnengelb im Untergrund ablösen könnte. Die BVG will jetzt 104 neue Wagen für ihre Linien U 1 bis U 4 bestellen – und erwartet von den potenziellen Herstellern auch Ideen zum künftigen Aussehen. Dazu gehört die Edelstahlvariante.

Seit Anfang des Jahres sind zwei Versuchszüge auf der U 2 (Pankow–Ruhleben) unterwegs, an denen die BVG durch Folien den Stahlwagen imitiert hat. Gelb sind nur noch die Frontseiten und die Türen. Den wenigsten Fahrgästen scheint dies bisher aufgefallen zu sein; selbst BVG-Mitarbeiter geben zu, dass sie beim Anblick des Zuges gedacht hätten, dieser sei für Werbezwecke vorbereitet worden.

Ob die nächste Fahrzeuggeneration sich tatsächlich so präsentieren wird, stehe aber nicht fest, sagt U-Bahnchef Hans-Christian Kaiser. Der Edelstahl- Zug sei optional in die Ausschreibung aufgenommen worden. Auch bei den Sitzen habe man sich noch nicht festgelegt: Polster oder Kunststoff – „alles ist möglich“, sagt Kaiser. Offen ist ferner, ob die Züge erstmals eine Klimaanlage erhalten. Geprüft wird nach Kaisers Angaben zudem der Einbau einer Sprinkleranlage.

Ob die Züge auch einen „Bauch“ bekommen, steht ebenfalls noch nicht fest. Dabei würden die Fahrzeuge im Sitzbereich breiter als heute, um mehr Platz und damit mehr Komfort für die Fahrgäste zu schaffen. Probefahrten hätten gezeigt, dass dies technisch möglich ist, sagt Kaiser. Unabdingbar sei es dagegen, dass die neuen Züge sich mit ihrem Vorgängermodell kuppeln lassen, um beim Fahrzeugeinsatz flexibel sein zu können.

Kaiser hofft, dass sich etwa ein halbes Dutzend Firmen um den Auftrag bewerben werden, bei dem es um rund 160 Millionen Euro geht. So schmale Fahrzeuge wie auf den Linien U 1 bis U 4 gibt es nur noch selten auf dem Weltmarkt. Der Auftrag kann sich aber lohnen, denn die BVG will auch eine Option über 40 weitere Wagen haben. Und nach 2020 müssen 250 bis 300 Wagen ersetzt werden.

Zunächst will die BVG zwei Vier-Wagen-Züge ein Jahr lang testen. Der Aufsichtsrat soll dem Kauf auf seiner nächsten Sitzung im Februar zustimmen, damit die Züge 2014 rollen können – traditionell in Sonnengelb oder doch im Edelstahl-Look.

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