Neue Wagen der BVG : Die U-Bahn legt untenrum zu

Auf der Innotrans-Messe wird erstmals das neue Design der neuen Berliner U-Bahn-Wagen gezeigt: Silber werden die Züge nicht, aber am Bauch zehn Zentimeter breiter.

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Sonnengelb in den Herbst. Die BVG hat ihre neuen Wagen vorgestellt. Das computergenerierte Bild zeigt die neue Berliner U-Bahn der Baureihe IK auf der Oberbaumbücke.Alle Bilder anzeigen
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17.09.2012 18:06Sonnengelb in den Herbst. Die BVG hat ihre neuen Wagen vorgestellt. Das computergenerierte Bild zeigt die neue Berliner U-Bahn der...

Die neue U-Bahn der BVG ist da – zumindest auf dem Papier. Hersteller Stadler aus Pankow zeigt jetzt auf der Eisenbahnmesse Innotrans erstmals das Design der neuen Bahnen. Zwei Vorserienzüge hat die BVG bestellt. Bewähren sie sich, will die BVG weitere 24 Züge aus jeweils vier durchgehend begehbaren Wagen bestellen – im Wert von insgesamt rund 158 Millionen Euro.

Von außen bleiben die Züge, was sie auch bisher sind: sonnengelb. Die BVG hatte auch eine Variante im Edelstahl-Look, wie es in Hamburg praktiziert wird, getestet, diese Idee dann aber nicht weiter verfolgt. Neu an den Bahnen ist ihr Bauch. Die Seitenwände weiten sich im unteren Bereich um insgesamt zehn Zentimeter nach außen, so gibt es in den schmalen Wagen etwas mehr Platz für die Fahrgäste. Trotzdem ist nur der Einbau von Längssitzen möglich.

Auf den Linien U 1 bis U 4, die als erste im Berliner Netz entstanden sind, können bisher nur Wagen im sogenannten Kleinprofil fahren, die 2,30 Meter breit sind. Erst bei den späteren Strecken sind die Tunnel für 2,65 Meter breite Züge gebaut worden; das sogenannte Großprofilnetz umfasst heute die Linien U 5 bis U 9. Zumindest im unteren Bereich können die Züge nun auch im Kleinprofil zehn Zentimeter wachsen, ohne dass die Tunnelanlagen umgebaut werden müssen. Techniker bezeichnen den in diesem Fall vorteilhaften Bauch als „Bombierung.“

Mit den neuen Zügen ersetzt die BVG Fahrzeuge, die inzwischen rund 40 Jahre alt sind. Eine Sanierung dieser Bahnen war nicht mehr möglich, weil die Aufbauten vor allem im Türbereich zu marode sind. Bei fast so alten Fahrzeugen des Großprofils, die noch besser in Schuss sind, hat sich die BVG dagegen entschieden, sie zu modernisieren. 20 weitere Jahre können diese Bahnen dann fahren. 182 dieser Wagen will die BVG auffrischen – jeweils für 400 000 Euro. Ein fabrikneues Fahrzeug wäre dreimal so teuer.

Damit der Senat und der Aufsichtsrat dem Kauf neuer Züge für das Kleinprofil zustimmen, hatte die BVG vor Jahren gepokert. Da klar war, dass die alten Züge nur noch wenige Jahre eingesetzt werden können, ließ der damalige Vorstand prüfen, ob die Linien U 3 (Nollendorfplatz–Krumme Lanke) und U 4 (Nollendorfplatz–Innsbrucker Platz) eingestellt werden könnten, wenn die altersschwachen Wagen ohne Ersatz auf den Schrott gewandert wären. Doch nun erhält sie doch die neuen Züge, die eines Tages vor allem auf der nachfragestarken U 2 (Pankow–Ruhleben) fahren sollen.

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