Neuer Bahnärger : Gleisprobleme auf ICE-Strecke

In gut einer Woche sind die Arbeiten auf der Strecke nach Hamburg beendet. Doch schon deuten sich Probleme auf einer anderen Schnellstrecke an: Auch die Trasse in Richtung Hannover muss repariert werden. Und nicht nur die.

Klaus Kurpjuweit
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Vorsicht, Verspätung. Der ICE nach Hannover braucht bald länger.Foto: Mike Wolff

Auf ihren Rennstrecken muss die Bahn außerplanmäßig ihr Tempo begrenzen, um Bauschäden zu beseitigen. Dabei sind die Strecken von Berlin nach Hannover und Hamburg erst vor wenigen Jahren saniert oder sogar neu gebaut worden. Immerhin will die Bahn die Arbeiten an der Strecke nach Hamburg planmäßig abschließen. Von Sonntag, 14. Juni, an sollen die ICEs Berlin und Hamburg wieder in 96 Minuten verbinden. Nach Hannover dagegen wird sich die Fahrtzeit 2011 um etwa eine halbe Stunde verlängern. Heute sind hier die schnellsten Züge 1.40 Stunden unterwegs.

Um die Stecke nach Hamburg sanieren zu können, sperrte die Bahn die Gleise zwischen Nauen und Wittenberge komplett, auf den anderen Abschnitten gab es meist nur eingleisigen Betrieb. Fernzüge wurden über Stendal umgeleitet, wodurch sich die Fahrtzeit um etwa 40 Minuten verlängerte. Im Regionalverkehr mussten die Fahrgäste auf Busse ausweichen.

Bei den für 2011 vorgesehenen Arbeiten an der Schnellfahrstrecke nach Hannover, auf der die Züge mit Tempo 250 fahren dürfen, soll der Betrieb nicht unterbrochen werden. Bauen will die Bahn unter dem „rollenden Rad“, wie es bei ihr heißt. Die Fahrtzeiten werden sich aber dadurch verlängern. Einzelheiten dazu wollte die Bahn noch nicht nennen.

Erneuert werden müssen Abschnitte der sogenannten festen Fahrbahn. Bei ihr sind die Gleise in Beton gebettet. Damit soll der Wartungsaufwand verringert werden. Anders als bei den herkömmlichen auf Schotter liegenden Gleisen muss die feste Fahrbahn in der Regel selten nachgebessert werden.

Auch bei der Strecke nach Hamburg mussten die Reparaturtrupps schneller als erwartet anrücken. Vor wenigen Jahren hatten die Verantwortlichen gehofft, dass die Schwellen noch rund zehn Jahre halten würden. Sie waren erst Anfang der 90er Jahre bei der Grundsanierung eingebaut worden. Obwohl auch die Reichsbahn der DDR bereits riesige Probleme mit zerbröselnden Schwellen hatte, versäumte es die Bahn damals, das Material ausgiebig zu prüfen. Jetzt mussten rund 250 000 Schwellen ausgetauscht werden.

Gleise austauschen muss die Bahn auch auf der Stadtbahn in Berlin zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof – allerdings planmäßig. Auch dort ist eine feste Fahrbahn eingebaut. Durch die vielen engen Kurven werden die Gleise so beansprucht, dass sie im September und Oktober dieses Jahres gewechselt werden müssen. Vorwiegend nachts; aber auch am Tag wird es eingleisigen Betrieb und damit Einschränkungen geben.

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